NOZ: Gespräch mit Franz-Josef Bode, Osnabrücker Bischof
ID: 1267784
praktische Folgen für Sexualethik
Osnabrücker Bischof: Tiefe Kluft zwischen Lehrmeinung und Leben
nicht ignorieren
Osnabrück. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode erhofft sich
von der Weltbischofssynode im Vatikan praktische Folgen für die
Familien- und Sexualethik der katholischen Kirche. In einem Gespräch
mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag) sagte Bode: "Nach den
bisherigen Äußerungen von Papst Franziskus erwarte ich, dass er am
Ende der Synode nicht dasselbe zu Ehe und Familie sagen wird, was wir
als katholische Kirche immer gesagt haben." Bode nimmt als einer von
drei Bischöfen aus Deutschland an der Familiensynode teil. Er ist in
der Deutschen Bischofskonferenz Vorsitzender der Pastoralkommission
und Mitglied einer Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema
wiederverheiratete Geschiedene befasst hat.
Der Bischof äußerte die Hoffnung, dass die Vertreter der
unterschiedlichen kirchenpolitischen Richtungen unter den Bischöfen
auf der Synode in einen fruchtbaren Dialog kommen. "Ich hoffe sehr,
dass die Diskussion auf der Synode nicht zu einer Spaltung führt",
sagte Bode. Die weltweite Befragung zur Situation von Ehe und
Familie, die Papst Franziskus auf den Weg gebracht habe, habe hohe
Erwartungen unter den Gläubigen geweckt. Demnach gebe es eine tiefe
Kluft zwischen der Lehrmeinung und dem konkreten Leben. Dies dürfe
die Kirche in ihrer Pastoral nicht einfach ignorieren.
Wichtig sei es, im Hinblick auf gescheiterte Ehen nicht allein auf
die Vergangenheit zu schauen, sondern eine Ermutigung nach vorne zu
geben. "Mir geht es darum, dass wir denen gerechter werden, deren
Ehen nicht in dem Sinn gelingen, wie sie sich das vorgenommen haben",
sagte Bode. "Ich hoffe, dass wir einen differenzierten Weg dazu
finden."
Generell sei es nötig, auf der Bischofssynode "positiv und
wertschätzend" über die Ehe und das Ehesakrament zu sprechen. Nur
dann könnten junge Menschen erfahren, "warum man überhaupt eine
kirchliche Eheschließung vornimmt".
Nötig sei es auch, Menschen ernst zu nehmen, deren Lebenssituation
nicht in allem der Lehre der katholischen Kirche entspreche. Das
gelte etwa für homosexuelle Partnerschaften. "Sie leben häufig eine
Menge von Werten wie Treue, Verlässlichkeit und Liebe", sagte Bode.
"Wenn ich die Partnerschaft aber von vornherein als schwere Sünde
abtue, komme ich gar nicht mehr in einen Dialog."
Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.09.2015 - 05:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1267784
Anzahl Zeichen: 2879
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Osnabrück
Kategorie:
Wahlen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 461 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NOZ: Gespräch mit Franz-Josef Bode, Osnabrücker Bischof"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Neue Osnabrücker Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Osnabrück. Der Krankenkassen-Spitzenverband GKV hat vor einem Aufweichen der Gesundheitsreform gewarnt, die am Freitag vom Bundestag beschlossen werden soll. "In den ersten Monaten des Jahres sind die Ausgaben der Krankenkassen doppelt so schnell gestiegen wir die Einnahmen. Wenn nicht schnell
Möglicher Kurswechsel bei Grünen: Brantner schwört Mitglieder auf "schwierige Kompromisse" ein / Regierungsverantwortung pragmatisch nutzen, "urgrüne Politik" von Özdemir als ...
Osnabrück. Im Richtungsstreit der Grünen hat Parteichefin Franziska Brantner einen pragmatischen Kurs angemahnt und die Parteibasis auf schmerzhafte Zugeständnisse im Falle einer künftigen Regierungsbeteiligung eingeschworen. Im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz) sagt
"Werden überrollt": Grünen-Chefin warnt CDU vor Koalition mit AfD im Osten / Vor Ostdeutschland-Wahlen: Brantner befürchtet Parallelen zur Machtübernahme der Nazis, sie fordert Erhalt de ...
Osnabrück. Vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern warnt Grünen-Chefin Franziska Brantner die CDU vor einer Koalition mit der AfD und zieht Parallelen zur Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933. "Das Experiment, dass eine Partei der Mitte Faschisten zur Macht
Weitere Mitteilungen von Neue Osnabrücker Zeitung
NOZ: Gespräch mit Birgit Zeller, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter ...
Jugendämter fordern mehr Personal für junge Flüchtlinge Zeller: Schnell Mitarbeiter einstellen - Aufnahme in Pflegefamilien angedacht Osnabrück. Wegen der steigenden Zahl unbegleiteter Flüchtlingskinder fordern die Jugendämter möglichst bald mehr Personal. In einem Gespräch mit d
NOZ: Interview mit Peter Tauber, CDU-Generalsekretär ...
CDU-Generalsekretär befürwortet Einbindung von Syriens Machthaber Baschar al-Assad in Friedenssuche Tauber: Alle Möglichkeiten nutzen, um den Konflikt zu beenden Osnabrück. CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat die Einbindung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad in die Suche nach
NOZ: Nachricht zur Meyer Werft und Gewerkschaftern ...
Aufsichtsrat: Stillhalteabkommen zwischen Meyer Werft und Gewerkschaftern Tondokument belegt jahrelange Absprache - Meyer bald auch in Niederlanden mit Unternehmen? Osnabrück. Jahrelang fehlte der Papenburger Meyer Werft ein Aufsichtsrat. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Sa
NRW-Kommunalwahl 2015: WDR informiert ausführlich über Stichwahlen ...
Der WDR wird in Fernsehen, Hörfunk, Internet und Videotext ausführlich über die Ergebnisse der Stichwahlen am kommenden Sonntag (27. September 2015) berichten. Ob Essen oder Bochum, Wuppertal, Solingen oder Krefeld, von Ahaus bis Witten - im WDR erfahren die Nordrhein-Westfalen alles über




