Bankkredite sind wichtig für Investitionen und Arbeitsplätze

Bankkredite sind wichtig für Investitionen und Arbeitsplätze

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Bankkredite sind wichtig für Investitionen und Arbeitsplätze



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DIW-Studie untersucht Auswirkungen einer Kreditklemme auf die Realwirtschaft - Steuerliche Begünstigung setzt falsche Finanzierungsanreize

Wenn Banken ihre Kreditvergabe einschränken, nehmen Unternehmen weniger Fremdkapital auf, investieren weniger und schaffen weniger Arbeitsplätze. Sie können jedoch das reduzierte Kreditangebot teilweise durch Ausweichen auf andere Finanzierungsformen kompensieren. Zu diesen Ergebnissen kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in einer aktuellen Studie. "Banken, die über ausreichend Eigenmittel für die Vergabe von Unternehmenskrediten verfügen, sind daher wichtig für die gesamtwirtschaftliche Investitionstätigkeit und das Schaffen von Arbeitsplätzen", sagt Martin Simmler, wissenschaftlicher Mitarbeiter im DIW Berlin. Das Aufwenden von enormen Summen für die Bankenrettung kann daher teilweise mit der Abwendung einer Kreditklemme für Unternehmen begründet werden.

Martin Simmler hat untersucht, inwiefern sich die Finanzkrise des Jahres 2008 über die Kreditvergabe auf die Realwirtschaft ausgewirkt hat und in welchem Maße Unternehmen das verminderte Kreditangebot kompensieren konnten. Seine Studie mit Nadja Dwenger von der Universität Hohenheim und Frank Fossen von der Freien Universität Berlin zeigt, dass Banken, die während der Finanzkrise Verluste aus Finanzmarktprodukten erlitten, weniger Kredite vergaben. Das niedrigere Kreditangebot führte zu einem Rückgang der Fremdfinanzierung deutscher Unternehmen. Die Studie zeigt auch, dass Unternehmen, deren Hausbanken betroffen waren, in der Folge weniger investierten und weniger Arbeitskräfte einstellten. Die Unternehmen konnten aber etwa die Hälfte der Kreditreduzierung kompensieren, indem sie auf andere Finanzierungsarten auswichen.

Mit Fremdkapital können Unternehmen Steuern sparen

Grundsätzlich können sich Unternehmen über einbehaltene Gewinne, durch die Ausgabe von Unternehmensanteilen oder durch die Aufnahme von Fremdkapital in Form von Bankkrediten oder Unternehmensanleihen finanzieren. Die Art der Finanzierung ist mit unterschiedlichen Kosten verbunden und beeinflusst daher auch die Investitionstätigkeit eines Unternehmens: Innenfinanzierung ist die günstigste, die Ausgabe neuer Unternehmensanteile die teuerste Finanzierungsquelle. Fremdkapital ist in Deutschland eine attraktive Finanzierungsform, weil Zinszahlungen an Fremdkapitalgeber im Gegensatz zu Dividendenzahlungen die steuerliche Bemessungsgrundlage und damit die Steuerlast der Unternehmen senken.



In Deutschland erfolgt deshalb die Unternehmensfinanzierung hauptsächlich über Bankkredite. Besonders für kleinere Unternehmen, die auf weniger Eigenkapital zurückgreifen können, spielen Bankkredite eine große Rolle. Langfristig empfehlen die Ökonomen deshalb, die Abhängigkeit deutscher Unternehmen von Bankkrediten zu reduzieren. "Eine Option zur Reduzierung der Fremdfinanzierung wäre es, die steuerliche Begünstigung von Zinszahlungen zu reduzieren beziehungsweise aufzuheben oder den Zugang zu anderen Finanzierungsformen zu erleichtern", sagt Simmler.


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Datum: 30.09.2015 - 12:15 Uhr
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