NRZ: Der falsche neue Tonfall - ein Kommentar von JAN JESSEN
ID: 1270870
ganz anderen Land geworden, als habe eine Welle von Solidarität und
Menschenliebe die ganze Kantigkeit, die German Angst und die piefige,
unterschwellige Fremdenfeindlichkeit weich-, ja weggespült, schlägt
das Pendel jetzt wieder zur anderen Seite aus. Politik und Boulevard
übernehmen zunehmend den harten, kalten Sound der "besorgten Bürger",
bis hin zu den absurden Gedankenspielen eines bayerischen
Finanzministers, der das Grundrecht auf Asyl generell in Frage
stellt. Dieser neue Tonfall ist genauso schrill und falsch, wie die
rauschhafte Willkommens-Euphorie der vergangenen Wochen teils
übertrieben war. Deutschland ist und bleibt in der Lage, der
steigenden Flüchtlingszahlen Herr zu werden, es ist nur die Frage, ob
der Wille dazu ausreicht. Es ist ja richtig, Ängste und Probleme zu
benennen, nur sollte das nicht hyperventilierend geschehen. Es
braucht ein vernünftiges Krisenmanagement. Wer plump Ressentiments
bedient wie jüngst ausgerechnet der Bundesinnenminister, schwächt die
Willenskraft. Das ist fatal angesichts der Herausforderungen. Die
Hunderttausenden Neuankömmlinge müssen in den kommenden Jahren
integriert werden, und das ist eine Herkulesaufgabe, die alle fordern
wird, Einheimische und Flüchtlinge gleichermaßen. Die Debatte braucht
Ehrlichkeit, aber auch Nüchternheit. "Lassen Sie aus Kontroversen
keine Feindschaften entstehen", hat der Bundespräsident am Wochenende
gesagt. Er hat recht: Die neue deutsche Willkommenskultur ist zu
schön, um nur als Sommermärchen in die Geschichte einzugehen.
Pressekontakt:
Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
Redaktion
Telefon: 0201/8042616
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 04.10.2015 - 14:13 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1270870
Anzahl Zeichen: 1889
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Essen
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 265 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NRZ: Der falsche neue Tonfall - ein Kommentar von JAN JESSEN"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Ermittlungsverfahren gegen Polizisten wegen mutmaßlich unzulässiger Gewaltausübung in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Das geht aus einer Antwort des NRW-Justizministeriums auf eine Anfrage der Neue Ruhr/Neue Rhein-Zeitung (NRZ, Freitagsausgabe und o
Seine Mission heißt: Ausgleich / NRZ-Kommentar von Jan Jessen zur Wahl des New Yorker Bürgermeisters ...
Ein erst 34-jähriger in Uganda geborener Sohn indischer Eltern wird in den kommenden Jahren als Bürgermeister die Geschicke der Metropole New York leiten. Zohran Mamdani, Muslim und erst seit sieben Jahren US-Bürger, hat eine Aufsteigergeschichte geschrieben, wie sie wohl nur in den USA möglich
NRZ: Zahl der freiwilligen Ausreisen von Asylbewerbern aus NRW ist deutlich gestiegen ...
Die Zahl der freiwilligen Rückkehrer aus Nordrhein-Westfalen ist in diesem Jahr deutlich gestiegen. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung (NRZ) hervor. Zwischen Januar und Oktober 2025 haben 2.122 Asylbewerberinnen und Asylbewerber das Land fr
Weitere Mitteilungen von Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
NRZ: Kalkulierter Eklat - ein Kommentar von MICHAEL MINHOLZ ...
Es ist ein kalkulierter Eklat, für den der polnische Priester Krzystof Charamsa im Vatikan gesorgt hat. Sein Bekenntnis zur Homosexualität und die umgehende, knallharte Reaktion der Kurie wirft ein bezeichnendes Licht auf die Kompromisslosigkeit und das Beharrungsvermögen in weiten Teilen des
BERLINER MORGENPOST: Politik statt Panikmache / Leitartikel von Hajo Schumacher zu: Union debattiertüber Umgang mit Flüchtlingen ...
Es herrscht Panik in der Union, weil alle Meinungsumfragen nach den warmen Worten der Kanzlerin darauf hinweisen, dass die Stimmung im Volk offenbar eine andere ist als die von Politik und Medien lange verbreitete. Statt hektisch erste naheliegende Gefühle zu bedienen, hat die politische Elite d
BERLINER MORGENPOST: Der Notruf muss funktionieren / Kommentar von Andreas Abel zur Warteschleife bei der 110 der Berliner Notrufzentrale ...
Der Notruf der Polizei kann im Zweifelsfall über Leib und Leben entscheiden, da müssen sich die Verantwortlichen schon die Frage gefallen lassen, ob sie alles Menschenmögliche getan haben, um einen in unregelmäßigen Abständen auftauchenden technischen Fehler aufzuspüren und schnell zu beseit
Sonntag aktuell: zu Fifa-Chef Blatter ...
Die Staatsanwaltschaft ermittelt, Rücktrittsforderungen gibt es mehr, als Bayern-Torjäger Robert Lewandowski in dieser Saison bereits Tore geschossen hat. Doch Joseph Blatter kümmert's nicht. Sofortiger Rücktritt? Ausgeschlossen! Der Präsident klebt am Thron. Doch vielleicht scha




