Schwäbische Zeitung: Allein schafft sie es nicht - Leitartikel zum Umgang Merkels mit der Flüchtlingskrise
ID: 1272632
Merkel an der Spitze sitzt in einer Bredouille, aus der sie aus
eigener Kraft nicht herauskommt. Fragen nach dem "Hätte, Sollte,
Könnte" führen nicht weiter. Sicherlich waren die Selfies Angela
Merkels mit Flüchtlingen in Zeiten globaler Facebook-Aktivitäten dazu
angetan, noch mehr Flüchtlinge zum Kommen zu ermuntern. Doch diese
Erkenntnis hilft jetzt nicht weiter.
Europäische Grenzen können nicht von heute auf morgen dicht
gemacht werden, zumal viele Flüchtlinge über die grünen Grenzen
kommen. Zahlreiche Asylsuchende vom Balkan können nicht sofort
abgeschoben werden, weil sie Hindernisse wie ein krankes
Familienmitglied ins Feld führen. Und so bleibt manchen
Bürgermeistern in Deutschland derzeit nur die Hoffnung, dass der
Winter die Zahl der Flüchtlinge weniger werden lässt.
Deutschland war unzulänglich vorbereitet auf die Flüchtlinge. Die
Schuldzuweisung wurde jetzt dezent vorgenommen. Innenminister de
Maizière wurde degradiert, Peter Altmaier ist ihm übergeordnet. Doch
auch Altmaier kann das Blatt nicht von heute auf morgen wenden. Nach
der ersten Welle der großen Hilfsbereitschaft im Land droht jetzt die
zweite Welle der Skepsis und auch des Unmuts. Oft sind es gerade die
Helfer, die ernüchtert sind. Merkel muss derzeit alles tun, um am
Ende nicht allein dazustehen.
Längst ist klar: National kann Deutschland das Problem gar nicht
lösen. Deshalb verhandelt Steinmeier mit der Türkei, deshalb bittet
Merkel die europäischen Nachbarn um Hilfe, deshalb wird Obama
einbezogen, deshalb wird Geld in türkische Flüchtlingslager geschickt
und fieberhaft eine Lösung für Syrien gesucht. Innenpolitisch aber
muss Merkel die Bevölkerung überzeugen. Das schafft sie nicht, wenn
sie weiter beschönigt. Nach wie vor reagiert die Bundesregierung zu
verhalten auf Nachfragen, wie viele Flüchtlinge unterwegs sind, wie
viele Familiennachzügler zu erwarten sind. Man muss möglichst viele
Fakten kennen, um sich gut vorbereiten zu können.
Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 07.10.2015 - 21:04 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1272632
Anzahl Zeichen: 2400
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ravensburg
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 331 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Allein schafft sie es nicht - Leitartikel zum Umgang Merkels mit der Flüchtlingskrise"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Merkel und Hollande ...
Das Bild erscheint längst gewohnt - und doch ist es ein Beleg für eine historische Entwicklung, die untrennbar mit Europa verbunden bleibt: die deutsche Kanzlerin und der französische Staatspräsident, nebeneinander in dem Parlament, in dem die Vertreter von 508 Millionen Europäern aus 28 Mitg
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Gauck in den USA ...
Für Bundespräsident Joachim Gauck ging mit dem Besuch im Weißen Haus ein Lebenstraum in Erfüllung. Seine Wertschätzung der Vereinigten Staaten teilt der Pfarrer aus Rostock mit der Pfarrerstochter aus Templin. Weil Gauck und Merkel das Fehlen von Freiheit am eigenen Leib kennengelernt haben,
BERLINER MORGENPOST: Familie ist jetzt anders - Kommentar von Joachim Fahrun ...
Inzwischen leben in Berlin mehr ledige Menschen als Verheiratete. Die Zahl der Kinder, die bei alleinerziehenden Müttern - und viel seltener Vätern - aufwachsen oder in einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft, wächst rapide. Nur die noch etwas traditionelleren Migranten sorgen dafür, dass das
Rheinische Post: Kommentar / Versorgung zuüppig = Von Detlev Hüwel ...
In NRW erhalten ausscheidende Minister, sofern sie fünf Jahre im Amt waren und 60 Jahre alt sind, eine monatliche Pension von 4400 Euro brutto. Aktuell betrifft dies drei Ex-Minister. Oberbürgermeister haben nach acht Jahren einen Anspruch auf 35 Prozent ihrer Bezüge. Die Pension, die bis zu 4




