Jemen: Hilfsorganisationen fordern Neustart des Friedensprozesses

Jemen: Hilfsorganisationen fordern Neustart des Friedensprozesses

ID: 1277456
(ots) - In einem offenen Brief an den UN-Sicherheitsrat
fordern mehrere internationale Hilfsorganisationen, darunter Oxfam,
Save the Children und Care, einen sofortigen Waffenstillstand im
Jemen und einen Neubeginn des Friedensprozesses. Sie fordern außerdem
die Einrichtung eines internationalen Kontrollgremiums, um eventuelle
Kriegsverbrechen im Jemen zu untersuchen, sowie die Ausweitung des
Waffenembargos, um den Nachschub an Waffen und Rüstungsgütern für
Konfliktparteien im Jemen zu unterbinden. Seit März sind 2500
Zivilisten, darunter 500 Kinder, ums Leben gekommen. Allein im
letzten Monat sind 800 000 Menschen geflohen - die Gesamtzahl beläuft
sich auf 2,3 Millionen Flüchtlinge (knapp 10% der Gesamtbevölkerung).

Angesichts der katastrophalen humanitären Situation im Jemen, der
anhaltenden Wirtschaftsblockade und der zunehmenden Zerstörung der
zivilen Infrastruktur, appellieren die Hilfsorganisationen zudem an
den UN-Sicherheitsrat, dafür zu sorgen, dass die Konfliktparteien
unverzüglich einen ungehinderten und sicheren Zugang für humanitäre
Hilfe gewährleisten. Die Blockade Jemens muss aufgehoben werden,
damit lebenswichtige Güter wie Treibstoff, Lebensmittel und
Medikamente die notleidende Bevölkerung im Jemen erreichen können.
Sajjad Mohamed Sajid, Landesdirektor von Oxfam im Jemen erklärt:

"Sechs Monate nach der Verabschiedung der
Sicherheitsratsresolution 2216 ist der Friedensprozess praktisch zum
Stillstand gekommen, und 21 Millionen Menschen im Jemen haben unter
den Folgen zu leiden. Die Vereinten Nationen sollten daher die
aktuellen politischen Entwicklungen zum Anlass nehmen, ein Ende der
Kampfhandlungen durchzusetzen, Friedensgespräche wieder aufzunehmen
und ein internationales Kontrollgremium zu schaffen, um mögliche
Kriegsverbrechen zu untersuchen, unabhängig davon, welche


Konfliktpartei sie begangen hat."

Tausende von Menschen in Taiz, der drittgrößten Stadt im Jemen,
sind dringend auf die Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln und
Medikamenten angewiesen. Durch die Kampfhandlungen ist die Stadt
jedoch weitestgehend von humanitärer Hilfe abgeschnitten. Edward
Santiago, Landesdirektor von Save the Children im Jemen, erklärt:
"Kinder leiden am meisten unter den Auswirkungen des Krieges im
Jemen, nicht nur wegen der Kämpfe und Luftangriffe, sondern auch,
weil viele Häuser, Schulen und Krankenstationen zerstört wurden.
Viele Familien haben keine Lebensmittel, Medizin oder Treibstoff,
weil die dringend benötigte Hilfe das Land wegen der Blockade nicht
erreichen kann. Zwischen März und August war eine 150-prozentige
Steigerung der Fälle mit schwerer, akuter Unterernährung zu
verzeichnen. Wenn nicht deutlich mehr Hilfe das Land erreicht, drohen
Tausende weiterer Kinder zu sterben."



Pressekontakt:
Oxfam Deutschland e.V.
Leiter Pressestelle und Webteam - Steffen Küssner
Tel.: +49 (30) 45 30 69 710
Mail: skuessner@oxfam.de

Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle - Claudia Kepp
Tel.: +49 (30) 27 59 59 79 - 28
Mail: Claudia.kepp@savethechildren.de

CARE Deutschland-Luxemburg e.V.
Sabine Wilke
Pressesprecherin / Director Media
?Tel.: +49 (0) 228 975 63 -46
E-Mail: wilke@care.de

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Datum: 19.10.2015 - 16:00 Uhr
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