Kosten der elektronischen Gesundheitskarte explodieren - Versicherte bezahlen mit höheren Kassenbei

Kosten der elektronischen Gesundheitskarte explodieren - Versicherte bezahlen mit höheren Kassenbeiträgen

ID: 1278251
(ots) - Nach den neuen Hiobsnachrichten über
Sicherheitsprobleme und Mehrkosten bei der elektronischen
Gesundheitskarte fordert die Freie Ärzteschaft e. V. (FÄ) erneut den
Stopp des eGK-Projekts. Es sei unverantwortlich, weiterhin die
Beiträge der gesetzlich Krankenversicherten zu verschwenden und das
Pleiteprojekt nun auch noch mit steigenden Kassenbeiträgen zu
finanzieren.

"Die Versicherten bezahlen für eine Karte, die teuer und nutzlos
ist sowie den Datenschutz quasi abschafft", sagte FÄ-Vorsitzender
Wieland Dietrich am Mittwoch in Essen. "Und das künftig mit mehr Geld
aus der eigenen Tasche: Offiziellen Schätzungen zufolge werden die
Kassenbeiträge 2016 um durchschnittlich 0,3 Prozentpunkte steigen.
Gesundheitsökonomen rechnen mit weiteren Beitragssteigerungen 2017."
Gleichzeitig musste die eGK-Betreibergesellschaft gematik, an der
die Kassen mit 45 Prozent beteiligt sind, Sicherheitsprobleme und
daraus folgende Mehrkosten in dreistelliger Millionenhöhe
eingestehen.

So müsse im kommenden Jahr ein Großteil der eGK-Lesegeräte in
Arztpraxen und Ambulanzen ausgetauscht werden, weil die Geräte den
Sicherheitsanforderungen des Bundesamts für Sicherheit in der
Informationstechnik (BSI) nicht Stand hielten. "Das kostet mindestens
100 Millionen Euro", berichtet Dietrich unter Berufung auf
Medienberichte. "Außerdem müssen bis 2017 alle elektronischen
Gesundheitskarten ausgetauscht werden, da auch diese den
Sicherheitsanforderungen nicht mehr entsprechen. Kosten dafür: mehr
als 300 Millionen Euro."

Und die eGK-Kostenspirale dreht sich weiter: 2016 sollen sämtliche
Praxen, Versorgungszentren und Klinikambulanzen mit sogenannten
Konnektoren ausgestattet werden, um sie an ein zentrales Datennetz
anzuschließen, die Telematik-Infrastruktur. "Nochmal mehr als 100
Millionen Euro", so Dietrich. Dabei seien weitere Kosten vor allem


bei den Ärzten für Beschaffung und Umstellung auf neue Lesegeräte und
Karten noch nicht mitgerechnet.

Der FÄ-Chef fasst zusammen: "500 Millionen Euro ohne Nutzen, aber
mit erheblichen Datenschutzrisiken für die Bürger - das hält die
Freie Ärzteschaft für nicht vertretbar. Wir fordern den Schutz der
Patientendaten. Wir sind für moderne Technik, aber nur datensparsam
und dezentral." Jede weitere Geldschwendung für ein unsinniges
Datensammelprojekt verbiete sich angesichts des Mangels in der
ambulanten Medizin von selbst.

Über die Freie Ärzteschaft e.V.

Die Freie Ärzteschaft e. V. (FÄ) ist ein Verband, der den
Arztberuf als freien Beruf vertritt. Er wurde 2004 gegründet und
zählt heute mehr als 2.000 Mitglieder: vorwiegend niedergelassene
Haus- und Fachärzte sowie verschiedene Ärztenetze. Vorsitzender des
Bundesverbandes ist Wieland Dietrich, Dermatologe in Essen. Ziel der
FÄ ist eine unabhängige Medizin, bei der Patient und Arzt im
Mittelpunkt stehen und die ärztliche Schweigepflicht gewahrt bleibt.



Pressekontakt:
Daniela Schmidt, Tel.: 0176 49963803,
E-Mail: presse@freie-aerzteschaft.de

V .i. S. d. P.: Wieland Dietrich, Freie Ärzteschaft e.V.,
Vorsitzender, Gervinusstraße 10, 45144 Essen,
Tel.: 0201 68586090, E-Mail: mail@freie-aerzteschaft.de,
www.freie-aerzteschaft.de

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Datum: 21.10.2015 - 09:00 Uhr
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