Kohledeal verteuert Klimaschutz

Kohledeal verteuert Klimaschutz

ID: 1284625
(ots) - Deutsche Umwelthilfe fordert wirtschaftliches und
soziales Konzept für den Kohlekonsens - Heutiger Kabinettsbeschluss
belastet Stromkunden unnötig

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert den heute getroffenen
Kabinettsbeschluss zur Subventionierung alter Braunkohlekraftwerke,
die ohnehin stillgelegt worden wären. Mit der neu geschaffenen
Kapazitätsreserve, in die einige der ältesten und schmutzigsten
Kraftwerke verschoben werden, wählt die Bundesregierung den teuersten
Weg, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Darüber hinaus hält die DUH
diese Lösung für energiewirtschaftlich unsinnig und fordert den
Bundestag auf, zusätzliche Bedingungen an die Zahlung zu knüpfen.

"Die Bundesregierung leistet Sterbehilfe für alte Braunkohlemeiler
und hat sich für die teuerste Option beim Klimaschutz entschieden.
Die Zeche bezahlt der Stromkunde", kritisiert DUH-Geschäftsführer
Sascha Müller-Kraenner. "Die einzigen Gewinner dieses schmutzigen
Deals sind die Betreiber alter Braunkohlekraftwerke, die diese
sowieso stillgelegt hätten." Müller-Kraenner betont, dass die
Vergütung der entsprechenden Kraftwerke unbedingt an Bedingungen
geknüpft werden muss.

Nach einer Vereinbarung zwischen dem Wirtschaftsministerium und
den drei Energieerzeugern RWE, Mibrag und Vattenfall erhalten die
Kraftwerksbetreiber für die Stilllegung alter Braunkohlekraftwerke
eine vertraglich fixierte Entschädigung. Auf diese Weise sollen 12,5
Mio. der 22 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden, die der
Stromsektor zusätzlich einsparen muss, um die Klimaschutzziele bis
2020 zu erreichen. Im Ende 2014 veröffentlichten Klimaschutzplan der
Bundesregierung war für den gesamten Stromsektor eine Einsparung von
22 Millionen Tonnen CO2 jährlich, bis zum Jahre 2020, vorgesehen.
Übrig geblieben ist die beschlossene Kapazitätsreserve, mit der nur


12,5 Millionen CO2 vermieden werden. Als Kompensation zahlen die
Stromkunden den Besitzern der stillgelegten Kraftwerke insgesamt 1,6
Milliarden Euro. Umgerechnet auf die Tonne vermiedenes CO2 ergibt das
einen Preis von 128 Euro/Tonne. Aktuell liegt der Preis für
CO2-Zertifikate an der Börse bei 8,65 Euro.

Die DUH tritt für einen nationalen Kohlekonsens ein, der einen
langfristig geplanten, wirtschaftlich und sozial verträglichen
Ausstieg aus der Kohleverstromung ermöglicht. Aus Ihrer Sicht wäre
das Geld für die Kapazitätsreserve besser in Zukunftsinvestitionen
für Deutschlands Kohlereviere und die dort lebenden Menschen
angelegt.

Für Peter Ahmels, Leiter der Energie- und Klimaschutz bei der DUH
steht die Einigung im klaren Widerspruch zur bisherigen Linie der
Bundesregierung, mehr Wettbewerb und Transparenz im Strommarkt
durchsetzen zu wollen: "Die Vermeidung von Kohlendioxid muss genauso
wettbewerblich ausgeschrieben werden wie anderer
Energiedienstleistungen. Erst dann entstehen preiswerte Lösungen."

Die Vergütung wird jedoch den Kraftwerksbetreibern dafür gezahlt,
dass sie die Kraftwerke in "Sicherheitsbereitschaft" vorhalten. Damit
werden sie vorübergehend Teil der neuen Kapazitätsreserve, über die
das Kabinett ebenfalls heute entschieden hat. Schon im Juli hatte die
Bundesregierung zugegeben, dass die geplante Vergütung gegen
EU-Wettbewerbsrecht verstoßen könnte.



Pressekontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
Mobil: 0160 90354509, E-Mail: mueller-kraenner@duh.de

Dr. Peter Ahmels, Leiter Energie und Klimaschutz
Mobil: 0151 16225863, E-Mail: ahmels@duh.de

Daniel Hufeisen, Pressesprecher
Tel.: 030 2400867-22, Mobil: 0151 55017009, E-Mail: hufeisen@duh.de

DUH im Internet: www.duh.de, Twitter: https://twitter.com/Umwelthilfe

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Bareiß: Versorgungssicherheit hat bei Energiewende oberste Priorität Neujahrstagung der GUTcert 2016
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 04.11.2015 - 12:12 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1284625
Anzahl Zeichen: 4107

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Energie & Umwelt



Diese Pressemitteilung wurde bisher 499 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Kohledeal verteuert Klimaschutz"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Deutsche Umwelthilfe e.V. (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Hochwasser-Check 2026 der Deutschen Umwelthilfe: Ein Viertel aller Landkreise hat hohen Hochwasser-Risikograd ...
- Karten und Berechnungen zeigen potenziell betroffene Fläche und gefährdete Adressen für alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte - Hohes Risiko für schwere Schäden bei Jahrhunderthochwasser: Hochwasser-Risikograd auf Landkreisebene zeigt deutlichen Handlungsdruck im gesamten Bundesgebi

Pressezitat: Fast drei Viertel der Biogasanlagen in Deutschland mit erheblichen Mängeln: Deutsche Umwelthilfe warnt vor klimaschädlichen Methan-Lecks und Behördenversagen ...
Ein Bericht der Kommission für Anlagensicherheit (KAS) zeigt, dass Sicherheits- und Umweltstandards für Biogasanlagen vielerorts nicht eingehalten werden: Rund 71 Prozent der überprüften Anlagen weisen erhebliche Mängel auf. Dazu zählen undichte Gassysteme, fehlende oder überfällige Dichthei

Katastrophales Gebäudemodernisierungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe bereitet Verfassungsbeschwerde vor ...
Trotz breiter Kritik hat der Bundestag heute das Gebäudemodernisierungsgesetz verabschiedet. Statt auf wirksamen Klimaschutz wird auf teure sogenannte grüne Gase gesetzt und damit fossile Gasinfrastruktur weiter verfestigt. Das Gesetz widerspricht aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) den gese


Weitere Mitteilungen von Deutsche Umwelthilfe e.V.


Neujahrstagung der GUTcert 2016 ...
2016 wird in mehrfacher Hinsicht ein Jahr des Umbruchs und Übergangs: Die Neufassungen der großen Normen ISO 9001 und ISO 14001 sind veröffentlicht und die Frist zur Umstellung der Systeme im Qualitäts- und Umweltmanagement läuft. Viele Fragen rund um Revision und Transition stellen sich, soba

Bareiß: Versorgungssicherheit hat bei Energiewende oberste Priorität ...
Digitalisierung und Weiterentwicklung des Strommarkts sind weiterer Schritt in neue Energiewelt Am heutigen Mittwoch hat das Bundeskabinett das Strommarktgesetz und das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende beschlossen. Dazu erklärt der Energiebeauftragte der CDU/CSU-Fraktion im Deutsch

Workshop: Technische Innovationen und Qualitätssicherung in der Solarbranche ...
Die Situation der gesamten Solarbranche in Deutschland ist unverändert von rasantem Wandel geprägt. Bei weiter wachsendem Wettbewerbsdruck der Photovoltaik-Industrie spielen technische Innovationen -auch zur Kostenoptimierung- eine große Rolle; die Ansprüche an die Qualitätssicherung bleiben w

Ölfreie PureAir-Verdichter im Brauhaus Faust zu Miltenberg ...
Mit dem erweiterten Sudhaus hat die Brauerei Faust zu Miltenberg auch eine neue Drucklufterzeugung angeschafft - und sich für einen drehzahlgeregelten PureAir-Verdichter von CompAir entschieden. Der Kompressor liefert zuverlässig ölfreie Druckluft und stellt sehr wirtschaftlich immer den aktuelle


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z