Studie: Prognosen zum Wirtschaftsaufschwung klaffen weltweit auseinander
Befragung unter 11.000 Unternehmern ergab: Indien am zuversichtlichsten, Deutschland vorsichtig optimistisch, Spanien Schlusslicht
Im Rahmen der erstmals durchgeführten internationalen Studie "Regus Business Tracker" wurden die Teilnehmer von August bis September 2009 zur finanziellen Lage ihres Unternehmens sowie zu ihren Erwartungen bezüglich der individuellen bzw. nationalen wirtschaftlichen Lage befragt. Teilnehmende Länder waren neben Deutschland, Indien und Spanien auch die Niederlande, Belgien, Frankreich, Großbritannien, USA, Kanada, Mexiko, Südafrika, Australien und China.
Deutschland: Kleine Unternehmen optimistischer als große
Insgesamt gaben 73 Prozent der deutschen Unternehmen an, dass sie im nächsten Jahr mit einer Umsatzsteigerung rechnen. Dabei zeigten sich kleine Firmen in Deutschland (mit weniger als 50 Mitarbeitern) wesentlich optimistischer als große Unternehmen. 78 Prozent dieser Firmen erwarten 2010 eine Steigerung ihres Umsatzes, verglichen mit nur 67 Prozent der größeren Unternehmen. Dieses Ergebnis unterstreicht die Wichtigkeit von KMUs, die etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes aller Unternehmen in Deutschland generieren.
Zudem ließ die Studie weitere deutliche Unterschiede zwischen den Interessen von KMUs und größeren Unternehmen erkennen. Die Prioritäten großer Firmen liegen im Kosten- und Infrastrukturmanagement sowie in der Erhaltung der Arbeitsplätze. Im Gegensatz dazu wollen KMUs vor allem ihren Absatz und Kundenstamm aufrechterhalten. Hier steht also nicht im Vordergrund, Kosten zu sparen, sondern die Profitabilität langfristig zu sichern.
Gewinnsteigerungen sorgen für gute Prognosen
Die Prognosen der deutschen Firmen gehen mit einer Gewinnsteigerung in 2009 einher, die über dem internationalen Durchschnitt lag: 48 Prozent der deutschen Unternehmen konnten ihren Gewinn in den letzten zwölf Monaten steigern, verglichen mit 40 Prozent der Unternehmen weltweit. Ebenso konnten 52 Prozent der deutschen Firmen im letzten Jahr ihren Umsatz erhöhen (46 Prozent weltweit). Sogar unter den Unternehmen, die Umsatzeinbußen hinnehmen mussten, rechnen 70 Prozent mit einer Steigerung des Umsatzes im Jahr 2010. Aufgrund dieser Angaben zeigt die Studie von Regus auch: Egal ob die Unternehmen ihren Gewinn oder Umsatz im letzten Jahr steigern konnten oder nicht, sie erwarten den allgemeinen Wirtschaftsaufschwung zum gleichen Zeitpunkt. D.h., die Einschätzung der Gesamtwirtschaft wird nicht durch den individuellen Erfolg beeinflusst.
Aus der Krise lernen und Prozesse optimieren
Michael Barth, Deutschland-Chef von Regus, erklärt: "Der Optimismus kleiner Unternehmen im Hinblick auf den Aufschwung in Deutschland ist ein Zeichen dafür, dass sich die Regierung verstärkt um KMUs bemühen sollte. Sonst könnte der wirtschaftliche Aufschwung im Land erheblich verzögert werden. Auch wenn sich der Markt nun langsam erholt, dürfen Unternehmen auf keinen Fall zu ihren alten Gewohnheiten zurückkehren. Vielmehr sollten sie die Gelegenheit nutzen, um aus der Vergangenheit zu lernen und ihre Prozesse zu optimieren. Vor allem in den beiden Bereichen Personal- und Arbeitsplatzmanagement können Unternehmen mithilfe neuer Strategien ihre Kostenstruktur tief greifend sanieren und sich für künftige Krisen wappnen."
Optimismus-Index: Deutschland exakt im Durchschnitt
Um aus den zentralen Ergebnissen des Regus Business Tracker eine länderspezifische allgemeine Tendenz abzuleiten, wurden alle positiven Zukunftsaussagen im so genannten Optimismus-Index zusammengefasst. Dieser Kennziffer zufolge kommen die positivsten Einschätzungen aus Indien und Südafrika. Die deutschen Unternehmer positionieren sich mit ihren Aussagen exakt im internationalen Durchschnitt.
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Datum: 21.10.2009 - 13:25 Uhr
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