Ostthüringer Zeitung: Wolfgang Schütze kommentiert: Weniger reden, mehr handeln
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die Debatten, die Versuche, solche monströsen Ereignisse wie den
Terror in Paris zu deuten, für eigene Zwecke zu nutzen.
So lesen manche aus der Erklärung des französischen Präsidenten,
man sei jetzt im Krieg gegen die islamistischen Terroristen, schon
heraus, dass demnächst der Bündnisfall in der Nato greife. Spekuliert
wird, ob Deutschland dabei Bodentruppen nach Syrien schicken würde
oder etwas in Afghanistan gelernt habe.
Andere wiederum reiben sich an dem offensichtlichen
Missverhältnis, dass die Geldströme von Oligarchen inzwischen ganz
gut überwacht und mindestens behindert werden, aber dem "Islamischen
Staat" der Geldhahn für seine verbrecherischen Aktionen noch längst
nicht zugedreht wurde.
Die einen rufen nach mehr Geheimdienst; die anderen warnen vor
mehr Überwachung und verweisen auf Pleiten, Pech und Pannen. Die
Gewerkschaft fordert mehr Polizei, sichere Westen und Helme, denn so
viel wird uns doch unsere Sicherheit wohl noch wert sein, oder? Die
Frage "Geld oder Leben" bekommt einen ganz anderen Drall, und die
Illusion, es gebe hundertprozentige Sicherheit, neue Nahrung.
Pegida, AfD distanzieren sich irgendwie vom Terror, profitieren
aber davon, wenigstens durch Zulauf. Auf der anderen Seite des
Spektrums zucken Politiker mit den Schultern, wenn eine unbekannte
Zahl von Ausländern durch Deutschland fährt - unregistriert, mit
ungeklärter Identität.
Natürlich darf man Flüchtlinge nicht unter Generalverdacht
stellen. Aber eben auch nicht unter Generalabsolution. Denn schon
ein Terrorist reicht für viele Tote. Nicht alle Moslems sind
Terroristen, ganz klar. Aber die meisten Terroristen sind Moslems.
Wird nun ab morgen in Moscheen auf Deutsch gepredigt? Schaut der
Staat weiter zu, wenn in Berlin-Neukölln libanesische Großfamilien
jetzt Drogen-Geld in Flüchtlingsheime investieren?
Demokratie lebt von Diskussion. Sie kann allerdings auch zerredet
werden.
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Datum: 16.11.2015 - 18:39 Uhr
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