Bundesregierung muss ihre behindertenpolitischen Versprechungen einlösen
ID: 1294910
Menschen mit Behinderungen (3. Dezember) erklärt die
Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention des Deutschen
Instituts für Menschenrechte:
"Wir erwarten, dass die Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag der
Bundesregierung im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention mit
Priorität umgesetzt werden. Dazu gehören das Bundesteilhabegesetz,
die Reform des Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes, aber auch
die Einführung einer Längsschnittstudie zur Verbesserung der
Datenlage, der sogenannte "Disability Survey". Ein Aufschieben oder
ein Aufheben dieser Vorhaben aus welchen Gründen auch immer wäre
menschenrechtlich unverantwortlich.
Zudem sollte der Entwurf des Nationalen Aktionsplans der
Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, der
vergangene Woche in Berlin vorgestellt wurde, intensiv überarbeitet
werden. Dieser Entwurf ist sehr enttäuschend, weil er bei vielen
Handlungsfeldern, zum Beispiel beim Schutz der Persönlichkeitsrechte,
beim Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt, bei der Psychiatrie
und der rechtlichen Selbstbestimmung, keine systematische wie
überzeugende Antwort auf die drängenden menschenrechtlichen Fragen
bietet. Bereits im Mai haben die Vereinten Nationen in ihren
Abschließenden Bemerkungen im Anschluss an die Staatenprüfung
kritisiert, dass Deutschland die Rechte von Menschen mit
Behinderungen nicht ausreichend achtet."
Das Institut ist mit dem Monitoring der Umsetzung der
UN-Behindertenrechtskonvention betraut worden und hat hierfür die
Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention eingerichtet. Es
hat gemäß der UN-Konvention (Artikel 33 Abs. 2 UN-BRK) den Auftrag,
die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu fördern, zu schützen und
die Umsetzung der Konvention in Deutschland zu überwachen.
Weitere Informationen
UN-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen:
Abschließende Bemerkungen über den ersten Staatenbericht Deutschlands
http://ots.de/8TNnI
Pressekontakt:
Bettina Hildebrand, Pressesprecherin
Telefon: 030 25 93 59 - 14
Mobil: 0160 96 65 00 83
E-Mail: hildebrand@institut-fuer-menschenrechte.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 02.12.2015 - 16:19 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1294910
Anzahl Zeichen: 2485
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Menschenrechte
Diese Pressemitteilung wurde bisher 417 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Bundesregierung muss ihre behindertenpolitischen Versprechungen einlösen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsches Institut für Menschenrechte (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zum heute im Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf zur Stärkung der strafrechtlichen Verfolgung des Menschenhandels und der sexuellen Ausbeutung sowie zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2024/1712 erklärt Naile Tanis, Leiterin der Berichterstattungsstelle Menschenhandel des Deutschen Instituts
Presseeinladung: Menschenrechte als Kompass - 25 Jahre Deutsches Institut für Menschenrechte / Veranstaltung am 22. April 2026 | 16:00 - 19:00 Uhr | Berlin (Futurium) ...
Rechtsstaatlichkeit, staatliche Handlungsfähigkeit und eine lebendige Zivilgesellschaft stehen vor erheblichen Herausforderungen. Zugleich sind sie die tragenden Säulen einer freiheitlichen Demokratie. Wie können sie unter veränderten politischen, gesellschaftlichen und internationalen Rahmenbed
Deutschland muss endlich barrierefrei werden ...
Seit dem 26. März 2009 ist die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland in Kraft und sichert Menschen mit Behinderungen ihre Rechte zu. Doch bei der Umsetzung bleibt viel zu tun. Das Deutsche Institut für Menschenrechte fordert deshalb von Politik und Wirtschaft mehr Einsatz für Barrierefrei
Weitere Mitteilungen von Deutsches Institut für Menschenrechte
9. Europäischer Mediengipfel in Lech startet mit 40 Stipendiaten von 15 Hochschulen ...
Wenn von 3. bis 5. Dezember 2015 führende Medienvertreter, Politiker und Wirtschaftsexperten unter der Schirmherrschaft des Außenministeriums die Zukunft Europas in Lech diskutieren, werden auch rund 40 europäische Studenten mit dabei sein. Zum einen agiert das Europäische Parlament als Schirmhe
Steinbach: Religionsfreiheit zentral für friedliches Miteinander ...
Anhörung im Ausschuss für Menschenrechte Der Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages widmet sich am morgigen Mittwoch in einer Anhörung dem Schwerpunktthema Religionsfreiheit und Demokratieentwicklung. Dazu erklärt die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Me
Appell an die Bundesregierung: Keine Kinderarbeit beiöffentlich eingekauften Waren / Gesetzentwurf zur öffentlichen Beschaffung erlaubt auch Produkte aus Kinderarbeit ...
Die Bundesregierung muss sicherstellen, dass Produkte, die der Staat einkauft, keinesfalls durch Kinderhand entstanden sind. Das fordert das aus 52 zivilgesellschaftlichen Organisationen bestehende CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung. Am Donnerstag wird im Bundestag in zweiter Lesung ü
Stellungnahme: Obergrenze beim Recht auf Asyl in Deutschland verstößt gegen Grund- und Menschenrechte ...
In der gegenwärtigen Flüchtlingsdebatte mehren sich Stimmen, die eine Obergrenze beim Recht auf Asyl in Deutschland verlangen und damit die Zahl der Menschen, die in Deutschland Zugang zum Asylverfahren erhalten, auf eine festgelegte Zahl pro Jahr begrenzen wollen. Das Deutsche Institut fü




