Deutsche Kühlgerätehersteller heizen Klimawandel an
ID: 1297130
untergraben Klimaschutzbemühungen durch unsachgemäße Entsorgung von
Kühlschränken - Deutsche Umwelthilfe ordnet den Geschäftsführern der
fünf größten deutschen Kühlgerätehersteller ihren Beitrag zum
Klimawandel von insgesamt einer Million Tonnen CO2-Äquivalenten zu -
DUH fordert von Herstellern eine Kühlgeräteentsorgung nach dem Stand
der Technik
In Deutschland werden jährlich hunderttausende FCKW-haltige
Kühlgeräte unsachgemäß entsorgt. Nach einer Umfrage der Deutschen
Umwelthilfe (DUH) belasten die entweichenden Klimagase die Atmosphäre
so stark, wie umgerechnet eine Million Tonnen Kohlendioxid. Die
Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation fordert deshalb von den
Geschäftsführern der fünf großen deutschen Kühlgerätehersteller
Karsten Ottenberg (Bosch), Jens Christoph Bidlingmaier (Bauknecht),
Gerd Holl und Birgit Pohl (beide Electrolux), Andreas Böhm und
Kristian Koch (beide Liebherr) sowie Markus Miele und Johann Zinkann
(beide Miele) ein glaubwürdiges Umweltengagement und echten
Klimaschutz. Die DUH kritisiert, dass es vor dem Hintergrund der
Klimakonferenz in Paris verantwortungslos ist, wenn führende deutsche
Unternehmen sich als nachhaltig präsentieren, aber nicht nachhaltig
handeln.
Die DUH wirft den Geschäftsführern der größten deutschen
Kühlgerätehersteller vor, Klimaschutzbemühungen durch eine rein auf
Profit ausgerichtete Unternehmenspolitik zu torpedieren. Tatsächlich
müssen die deutschen Kühlgerätehersteller gewährleisten, dass ihre
Altgeräte nach dem Stand der Technik recycelt werden. Dafür
beauftragen sie entsprechende Recyclingunternehmen, ohne jedoch zu
kontrollieren, ob diese ausreichend klimaschädliches FCKW aus den
Geräten entfernen. Nach dem gesetzlich vorgegebenen Stand der Technik
müssten aus alten FCKW-haltigen Kühlgeräten 90 Prozent der
enthaltenen Treibhausgase entnommen werden. Tatsächlich sind es in
deutschen Recyclinganlagen aber nur 63 Prozent. Der Rest entweicht in
die Umwelt.
Die DUH fordert von den Kühlgeräteherstellern, geeignete
Entsorgungsstandards vorzugeben und deren Umsetzung zu kontrollieren.
Hierfür sind regelmäßige Audits, Dokumentationspflichten und
unangekündigte Prüfungen vor Ort zwingend erforderlich. Eine
geeignete Norm wäre beispielsweise die Norm EN 50574.
Weil die Geschäftsführer festlegen, was in der Verantwortlichkeit
ihres Unternehmens geschieht, hat die DUH den Spitzenvertretern der
großen deutschen Kühlgerätehersteller ihren geschätzten persönlichen
Beitrag zum Klimawandel zugeordnet. "Während die Staatschefs in Paris
über die Eindämmung des Klimawandels verhandeln und sich die deutsche
Industrie als nachhaltig feiert, heizen die Kühlschrankhersteller
ungebremst das Klima an. Bosch, Miele oder Liebherr lassen die
unseriös arbeitenden und von ihnen beauftragten Recyclingunternehmen
seit vielen Jahren wissentlich gewähren. Deshalb tragen sie die
alleinige Verantwortung für Klimagasemissionen von umgerechnet einer
Million Tonnen Kohlendioxid", kritisiert DUH-Bundesgeschäftsführer
Jürgen Resch.
Nach Schätzung der DUH gehen aufgrund unsachgemäßen
Kühlgeräterecyclings jährlich bis zu 200.000 Tonnen vermeidbare
CO2-Äquivalente auf das Konto von Karsten Ottenberg, Geschäftsführer
der BSH Hausgeräte GmbH. Jens Christoph Bidlingmaier, Geschäftsführer
der Bauknecht Hausgeräte GmbH, ist pro Jahr für bis zu 150.000 Tonnen
und Gerd Holl sowie Birgit Pohl, als leitende Funktionäre der
Elektrolux Hausgeräte GmbH, für bis zu 140.000 Tonnen vermeidbare
CO2-Äquivalente verantwortlich. Andreas Böhm und Kristian Koch,
Geschäftsführer Liebherr-International Deutschland GmbH, müssen sich
für eine vermeidbare Klimabelastung von bis zu 100.000 Tonnen
CO2-Äquivalente und Markus Miele sowie Johann Zinkann, von der Miele
& Cie. KG, für bis zu 80.000 Tonnen CO2-Äquivalente verantworten.
"In ihren Nachhaltigkeitsberichten brüsten sich die
Kühlgerätehersteller mit dem Umweltengagement ihrer Firmen. Mit der
Realität hat das wenig zu tun, denn die Entsorgungspraxis in
Deutschland gehört zur schlechtesten in ganz Europa. Die deutschen
Hersteller und Recycler von Kühlschränken haben scheinbar kein
Interesse an einer guten Entsorgung nach dem Stand der Technik",
kritisiert der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.
Eine Übersicht zur vermeidbaren Belastung des Klimas durch die
fünf größten deutschen Kühlgerätehersteller und über die
Verantwortung von deren Geschäftsführern finden Sie unter
http://l.duh.de/jm7pw.
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch@duh.de
Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft
Tel.: 030 2400867-43, Mobil: 0151 18256692, E-Mail: fischer@duh.de
Daniel Hufeisen, Pressesprecher
Tel.: 030 2400867-22, Mobil: 0151 55017009, E-Mail: hufeisen@duh.de
DUH im Internet: www.duh.de, Twitter: https://twitter.com/Umwelthilfe
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Datum: 08.12.2015 - 12:43 Uhr
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