Rußende Kaminöfen: Gemütlichkeit mit Nebenwirkungen
ID: 1300041
Rußbelastung bei - Deutsche Umwelthilfe startet Informationskampagne
- Fotowettbewerb zum Thema Heizen mit Holz
Besonders in der kalten Jahreszeit erfreuen sich Kaminöfen großer
Beliebtheit. Die Kehrseite der gemütlichen Raumwärme sind Feinstaub-
und Rußemissionen. Sie belasten sowohl innerhalb als auch außerhalb
der vier Wände die Atemluft. Holzfeuerungsanlagen verursachen im Jahr
mehr Feinstaub als die Auspuffanlagen von Pkw, Lkw und Motorrädern
zusammen. Mit ihrer Informationskampagne "Clean Heat" möchte die
Deutsche Umwelthilfe (DUH) dazu beitragen, die Schadstoffe aus
Kaminen zu senken. Zum Auftakt des Projekts startet sie einen
Fotowettbewerb.
Holz gilt als günstiger, klimafreundlicher und erneuerbarer
Brennstoff. In Deutschlands Haushalten und im Kleingewerbe stehen
mehr als zehn Millionen sogenannte Einzelraumfeuerungsanlagen. Hierzu
gehören beispielsweise Kamin- und Kachelöfen, die mit Scheitholz
befeuert werden. In den meisten Fällen dienen sie lediglich als
Zusatzheizung und sorgen für Gemütlichkeit.
In Deutschland verursachen die Holzfeuerungsanlagen, die in
Haushalten und im Kleingewerbe zum Einsatz kommen, im Jahr ca. 28
Kilotonnen Feinstaub. Damit liegen sie über den Auspuffemissionen des
Straßenverkehrs. Die ultrafeinen Partikel belasten die Atemwege,
dringen tief in die Lunge sowie den Blutkreislauf ein und können
Krebs auslösen. In Wohnräumen können sich bei schlechter Feuerung
erhebliche Mengen gesundheitsgefährdender Partikel ausbreiten.
"Mit der neuen Informationskampagne 'Clean Heat' erweitern wir
unser jahrelanges Engagement für saubere Luft und unterstützen damit
die Umsetzung der europäischen Umweltpolitik. Denn viele Städte und
Regionen schaffen es nicht, die EU-Vorgaben zur Luftqualität
einzuhalten. Grund hierfür sind auch private Holzöfen, die vor allem
in der kalten Jahreszeit zur Schadstoffbelastung beitragen", erklärt
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.
Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation hat kürzlich gegen
acht Städte Klagen eingereicht und gegen vier weitere einen Antrag
auf Zwangsvollstreckung gestellt, um das Recht auf saubere Luft
durchzusetzen. Insbesondere veraltete und falsch befeuerte Anlagen
produzieren erhebliche Mengen Feinstaub und Ruß. Auch moderne Öfen
und Kessel bergen noch erhebliches technisches
Verbesserungspotential. Städte und Kommunen sind gefordert, geeignete
Maßnahmen zu ergreifen, um die Emissionen aus Holzfeuerungsanlagen zu
senken.
"Zusammen mit der skandinavischen Partnerorganisation Danish
Ecological Council (DEC) wollen wir in den kommenden drei Jahren
insbesondere die Schadstoffe privater Holzfeuerungsanlagen senken.
Verbraucher sollen über die richtige Bedienung, emissionsarme Öfen
und Alternativen zum Heizen mit Holz informiert werden. Im
gemeinsamen Austausch mit Experten und Entscheidungsträgern werden
wir politische Lösungen erarbeiten und die Entwicklung von Anlagen
mit geringeren Emissionen anstoßen", erläutert Patrick Huth,
Projektleiter Clean Heat.
Bürgerinnen und Bürger sind dazu aufgerufen, Fotos, die positive
und negative Aspekte der Holzfeuerung abbilden, einzusenden. Der
Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Beiträge können bis
Ende März 2016 eingereicht werden; die besten Einsendungen werden von
einer Jury prämiert.
Hintergründe zu "Clean Heat" und Praxistipps für Ofennutzer gibt es
unter http://www.duh.de/cleanheat.html.
Informationen zur Teilnahme am Fotowettbewerb:
http://www.duh.de/5296.html.
Mögliche Maßnahmen für saubere Luft in Kommunen finden sich im
Hintergrundpapier "Klagen für saubere Luft": http://l.duh.de/o9l6i.
Die Informationskampagne "Clean Heat" wird vom LIFE-Programm der
Europäischen Kommission gefördert.
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch@duh.de
Patrick Huth, Projektleiter Clean Heat
Tel: 030 2400867-77, E-Mail: huth@duh.de
Ann-Kathrin Marggraf, Pressereferentin
Tel.: 030 2400867-21, Mobil: 0151 26749133 E-Mail: marggraf@duh.de
DUH im Internet: www.duh.de, Twitter: https://twitter.com/Umwelthilfe
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Datum: 15.12.2015 - 11:37 Uhr
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