Selbstgebaute Altersvorsorge besser als Sofortrente und Bankauszahlpläne
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gelegt hat, kann sich aus dem Ersparten ein regelmäßiges
Zusatzeinkommen auszahlen und so die Rente aufbessern. Das
gemeinnützige Online-Verbrauchermagazin Finanztip hat verschiedene
Wege untersucht, wie man sich sein Vermögen über viele Jahre
auszahlen lassen kann. Das Ergebnis: Am besten sind selbstgebaute
Mischungen aus Tagesgeld, Festgeld und Aktien-Indexfonds, sogenannte
ETFs. Sofortrenten eines Lebensversicherungsunternehmens lohnen sich
nur als Wette auf ein langes Leben - dann aber können sie andere
Kombinationen schlagen.
Die Finanztip-Experten haben drei verschiedene Auszahlarten
untersucht: die Sofortrente, Bankauszahlpläne und Fondsauszahlpläne.
"Leider gibt es bei den Angeboten zum Auszahlen von Vermögen kaum
empfehlenswerte Produkte", erklärt Manuel Kayl, Experte für
Geldanlage bei Finanztip. Er macht dafür vor allem zwei Gründe
verantwortlich: mangelnde Konkurrenz und die anhaltende
Niedrigzinsphase. Mit ein bisschen Eigeninitiative können sich
Verbraucher aber auch im Alter eine sichere und renditestarke
Geldanlage zusammenstellen.
Sofortrente nur zur finanziellen Absicherung
In Deutschland sind Sofortrenten beliebt: Allein im Jahr 2014
haben die Bundesbürger laut Jahrbuch des Versicherungsverbands GDV
über 29 Milliarden Euro an Einmalbeiträgen in Lebensversicherungen
eingezahlt. Ein Großteil davon entfällt auf die sogenannte Leibrente
gegen Einmalzahlung. Verbraucher zahlen einmalig einen hohen Betrag
ein und erhalten bis an ihr Lebensende regelmäßige Auszahlungen.
Diese setzen sich wie bei einer klassischen Lebensversicherung aus
einem garantierten Anteil und erwirtschafteten Überschüssen zusammen.
"Damit sich eine Sofortrente lohnt, müssen Verbraucher aber sehr alt
werden. Selbst bei günstigen Produkten wie der Sofortrente vom
Direktversicherer Huk24 bekommen Kunden erst nach mehr als 23 Jahren
ihre Einzahlung garantiert wieder heraus - noch ohne Zinsen", rechnet
Kayl vor. Finanztip empfiehlt eine Sofortrente daher nur
Verbrauchern, die eine finanzielle Absicherung bis ans Lebensende
wünschen und die davon ausgehen, sehr alt zu werden. Von den 33
untersuchten Tarifen empfiehlt Finanztip die Anbieter Hannoversche,
Condor sowie R+V.
Besser Tagesgeld und Festgeld anstatt Bankauszahlplan
Eine andere Möglichkeit zur Auszahlung ist ein Bankauszahlplan:
Aus der eingezahlten Summe überweist die Bank regelmäßig einen
festgelegten Betrag, bis das Kapital verbraucht ist. Derzeit zahlen
die Banken den Kunden jedoch kaum Zinsen. Selbst für zehnjährige
Banksparpläne liegen die Zinsen von sicheren Geldhäusern deutlich
unter 1 Prozent pro Jahr. Bei der Hannoverschen erhalten Kunden für
einen solchen Auszahlplan eine effektive Verzinsung von jährlich etwa
0,7 Prozent pro Jahr.
Mehr Rendite gibt es bei selbst gebauten Auszahlplänen mit guten
Tagesgeld- und Festgeldkonten. Die Leaseplan Bank zahlt für Tagesgeld
1,05 Prozent pro Jahr und Moneyou 0,95 Prozent pro Jahr. Bei Festgeld
bietet ebenfalls Leaseplan 1,4 Prozent für ein Jahr und Crédit
Agricole 1,5 Prozent pro Jahr für zwei Jahre. "Bei vielen
Tagesgeldanbietern kann man sich zudem per Dauerauftrag regelmäßig
Geld auszahlen lassen", sagt Kayl.
Indexfonds bringen auch im Alter Rendite
Finanztip rät, auch im Alter zusätzlich in renditestarke
Aktienfonds zu investieren. Die Wertschwankungen, denen die Fonds
unterliegen, gleichen sich über viele Jahre oft aus. Die Experten
empfehlen börsengehandelte Indexfonds auf den MSCI World. Solche ETFs
sind günstig, flexibel und transparent. Empfehlenswert sind die Fonds
von Comstage (ISIN LU0392494562), von Amundi (ISIN FR0010756098), db
x-trackers (ISIN LU0274208692) und iShares (ISIN IE00B4L5Y983).
Spezielle Auszahlpläne für diese Fonds bieten allerdings vornehmlich
Depotbanken an, bei denen Verbraucher nur über spezielle Vermittler
ein Konto eröffnen können.
Als Alternative empfehlen die Finanztip-Experten, sich einen
eigenen Auszahlplan zu bauen. Dazu benötigen Anleger nur ein
günstiges Wertpapierdepot wie das von Flatex. Sie können dann
beispielsweise einmal im Vierteljahr eine Verkaufsorder aufgeben und
so ihr Einkommen aufbessern. Die Kosten für den selbstgemachten
Fondsauszahlplan sind dann vergleichbar mit denen der
Fondsvermittler.
Mit Finanztip-Tool die richtige Auszahlhöhe festlegen
Finanztip hat einen einfachen Online-Rechner entwickelt, mit dem
Verbraucher die Höhe ihrer regelmäßigen Entnahmen bestimmen können.
Dazu gibt der Kunde Anfangssumme, gewünschte monatliche Auszahlung
und erwartete Rendite ein. Der Rechner ermittelt dann, wie lange das
Kapital ausreicht. Eine monatliche Entnahme von 300 Euro reicht bei
einem Startkapital von 50.000 Euro und einer Rendite von 4 Prozent
pro Jahr beispielsweise gut 20 Jahre. Bei 2 Prozent Rendite reicht
die Anfangssumme hingegen nur knapp über 16 Jahre. Die
Finanztip-Experten empfehlen deshalb, die Auszahlungen regelmäßig zu
überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. So können Verbraucher die
ideale Kombination aus Tagesgeld, Festgeld und Indexfonds bestimmen.
Informationen zum Auszahlungsplan unter:
http://www.finanztip.de/auszahlplan/
Informationen zur Sofortrente unter:
http://www.finanztip.de/sofortrente/
Über Finanztip
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Datum: 18.12.2015 - 09:30 Uhr
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