Einzelhandel wehrt sich gegen Online-Konkurrenz / KfW-Vorstand Ingrid Hengster im Interview
ID: 1303670
lange nicht. "Die Menschen haben mehr Geld in der Tasche, und sie
geben es aus", sagt KfW-Vorstandsmitglied Ingrid Hengster im
Interview mit dem Fachmagazin Der Handel (dfv Mediengruppe). Dass das
auch im kommenden Jahr so bleibt, dafür sprächen mehrere Faktoren:
Die Volkswirte der Förderbank rechnen damit, dass die Zinsen auch
2016 niedrig bleiben werden. Dazu kommt die niedrige Inflationsrate:
"Der Konsum bleibt wichtigster Treiber der Konjunktur",
prognostiziert Hengster, die bei der KfW die Inlandsförderung
verantwortet.
Allerdings gibt es auch zahlreiche Herausforderungen: Das Institut
der Handelsforschung geht davon aus, dass bis 2020 rund 45.000
Geschäfte schließen werden. Mittlerweile sei auch vielen Händlern
bewusst, dass sie sich der Konkurrenz aus dem Internet stellen
müssen, wenn sie überleben wollen, beobachtet die KfW-Vorständin, die
in ihrer Funktion auf vielen Veranstaltungen mit Einzelhändlern
zusammentrifft. Viele Händler mit Ladengeschäften investieren deshalb
in den Ausbau ihrer Onlineaktivitäten und versuchten, ihre
Absatzkanäle zu verschmelzen: "Omnichannel ist ein wichtiges Thema",
sagt Hengster. "Mir begegnet kaum noch ein Händler, der nicht
parallel beide Kanäle austestet oder bereits anbietet."
Eine weitere Herausforderung ist die Fortführung der Geschäfte:
"Bis 2018 suchen gut 600.000 mittelständische Unternehmer einen
Nachfolger. Dahinter stehen rund 4 Millionen Arbeitsplätze und
wichtiges Know-how", warnt Hengster. Wenn die Übergabe in
familienfremde Hände bevorstehe, sinke die Investitions- und
Innovationsneigung - schlecht für den Substanzerhalt des Unternehmens
und damit die Arbeitsplätze. Deshalb müssten Unternehmer mindestens
drei Jahre vor der tatsächlichen Übernahme auf die Suche nach einem
Nachfolger gehen, mahnt die KfW-Vorständin.
Das gesamte Interview finden Sie im Netz unter
www.derhandel.de/kfwhengster.
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Datum: 28.12.2015 - 10:00 Uhr
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