Klimaschutz in der Praxis: Nahwärme
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Nachhaltig erzeugte Wärme, die ohne Heizung auskommt
Aber auch Hausbesitzer gewinnen bei der Nutzung der Nahwärme: sie sparen sich einen großen Technikraum für den Heizkessel und die Lagerung von Brennstoffen, wie bei Heizöl oder Pellets. Die Kosten für Wartung der Heizungsanlage und den Schornsteinfeger fallen weg, ein Kamin im Haus wird nicht gebraucht. Die Wärme wird bequem und fertig direkt ins Haus geliefert, ohne dass man regelmäßig Brennstoffe beschaffen muss. Wer an den Wärmeverbund in Schwäbisch Hall angeschlossen ist, kann sehr einfach die Anforderungen des Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) erfüllen. Man erfüllt das Gesetz, wenn das Gebäude an ein Nahwärmenetz angeschlossen ist, das mit mindestens 50 % Kraft-Wärme-Kopplung oder mit mindestens 15 % erneuerbaren Energien oder Abwärme betrieben wird.
Bei den Berechnungen des Primärenergiebedarfs nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) kann für die Wärmeversorgung aus dem Verbundnetz in Schwäbisch Hall ein Primärenergiefaktor fp,FW von Null eingesetzt werden.
Die Kraft-Wärme-Kopplung und das Wärmeverbundnetz in Schwäbisch Hall gelten als Schlüsseltechnologien für den Klimaschutz. Beides wird seit rund 30 Jahren konsequent ausgebaut. Die Technologie ist flexibel genug um die Anforderung eines Umstiegs auf 100 % erneuerbare Energien bis zum Jahr 2035 zu meistern. Inzwischen sind rund sechzig Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt dreißig Megawatt im Wärmeverbund installiert. Ein Teil der Anlagen werden heute schon mit Biogas betrieben. Das Biogas wird von den landwirtschaftlichen Betrieben in der Umgebung über ein eigens errichtetes Biogasnetz zu den Blockheizkraftwerken transportiert. Außerdem kaufen die Stadtwerke Schwäbisch Hall Rohbiogas von Landwirten aus dem Nördlinger Ries auf, bereiten es zu Biomethan auf, speisen es in das Erdgasnetz vor Ort ein und entnehmen das Biomethan bilanziell hier in Schwäbisch Hall aus dem Erdgasnetz für den Kraftwerksbetrieb. Inzwischen werden vierzig Prozent der Wärme im Netz der Stadtwerke Schwäbisch Hall aus Bioenergie erzeugt. Mit 17 Megawatt Leistung sind sie einer der größten Betreiber von Biomethan-Blockheizkraftwerken.
Die Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen werden strompreisorientiert betrieben. Sie werden zugeschaltet, wenn die Grenzkosten zu erwirtschaften sind. In Schwäbisch Hall werden die Anlagen meist morgens und abends für drei bis fünf Stunden betrieben. Aufgrund der geringen Startkosten können die Anlagen mehrmals am Tag ohne Probleme hoch- und heruntergefahren werden. Die Anlagen sind mit Wärmespeicher ausgestattet, die rund fünf bis zehn Stunden die Wärmeproduktion zwischenspeichern können. Damit ist es zumindest im Sommer möglich, den Tageswärmebedarf für das Verbundnetz in wenigen Stunden zu erzeugen, zu speichern und dann über mehrere Stunden ins Netz einzuspeisen. Um stets alle Möglichkeiten optimal zu nutzen, setzen die Stadtwerke Schwäbisch Hall ein Online-Einsatzoptimierungssystem ein, das alle fünfzehn Minuten den Einsatz der Anlagen über die nächsten achtundvierzig Stunden optimiert und dabei Änderungen bei Wetterprognosen und an den Energiemärkten berücksichtigt.
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Datum: 04.01.2016 - 09:00 Uhr
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