Bundesamt für Strahlenschutz unterstützt Kernwaffenteststoppabkommen
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Bundesamt für Strahlenschutz unterstützt Kernwaffenteststoppabkommen
Die Organisation zur Überwachung des Internationalen Kernwaffenteststoppabkommens (CTBTO) hat am 6.1.2016 um 2:30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit Erdstöße registriert, die vermutlich von einem weiteren unterirdischen Kernwaffentest in Nordkorea verursacht wurden. In der CTBTO sind verschiedene internationale Institutionen miteinander vernetzt, die seismische, Infraschall- und Radioaktivitätsmessungen durchführen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) überwacht im Rahmen dieses Abkommens für Deutschland die Radioaktivität in der Luft und unterstützt das Auswärtige Amt bei der fachlichen Auswertung der Daten.
Die CTBTO ist als internationales Netzwerk darauf ausgerichtet, weltweit geheime Kernwaffentests aufzuspüren. Mehrere Dutzend untereinander vernetzte Messstationen weltweit können geringste Spuren von Radioaktivität in der Luft erfassen. Andere Stationen messen seismische Signale. Das BfS betreibt die einzige dieser hochempfindlichen Radioaktivitätsmessungen in Mitteleuropa auf dem Schauinsland bei Freiburg. Dort werden täglich Luftproben genommen und mit hochempfindlicher Messtechnik analysiert. Sollte bei dem aktuellen Kernwaffentest Radioaktivität ausgetreten sein, könnte dies an einer der nächsten Messstationen der CTBTO im asiatischen Raum nachgewiesen werden. Wegen der großen Entfernung ist nicht zu erwarten, dass die Messstelle Schauinsland Spuren registrieren wird. Da es sich um eine unterirdische Explosion handelt, ist davon auszugehen, dass die eventuell austretenden radioaktiven Substanzen so gering sind, dass keinerlei Gesundheitsrisiko für Reisende in die Region Fernost besteht.
Die jetzt registrierten seismischen Messungen können einen ersten Hinweis auf einen unterirdischen Atomwaffentest geben. Mit einer zeitlichen Verzögerung können bei einem Kernwaffentest entstehende radioaktive Edelgase durch das Erdreich in die Atmosphäre gelangen. Eine endgültige Unterscheidung zwischen einer chemischen und nuklearen Explosion ist erst möglich, wenn an einer der Messstationen radioaktive Spaltprodukte nachgewiesen werden können. Die bisherigen Indizien sprechen für eine Nuklearexplosion.
Die CTBTO mit Sitz in Wien baut zurzeit mit Hilfe der Unterzeichnerstaaten ein weltweites Überwachungssystem mit einem Netz von 321 Messstationen auf. Es ist in der Lage, eine nukleare Explosion an jedem Ort der Erde mit hoher Wahrscheinlichkeit zu entdecken, zu identifizieren und auch zu lokalisieren. Dieses System beruht auf 170 Seismographen in der Erde, elf Unterwassermikrophonen in den Ozeanen, 60 Infraschallmikrophonen in der Atmosphäre und 80 Spurenmessstationen für Radioaktivität in der Luft. Deutschland betreibt fünf CTBTO-Stationen, zwei seismische, zwei Infraschall- und eine Radioaktivitätsmessstation.
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38201 Salzgitter
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Datum: 06.01.2016 - 15:15 Uhr
Sprache: Deutsch
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