Organspenden im Jahr 2015 stabil geblieben / Positive Tendenz: Krankenhäuser setzen sich stärker für Organspende ein
ID: 1308855
Organspender bundesweit um 1,5 Prozent von 864 im Vorjahr auf 877
leicht angestiegen. Insgesamt kamen in Deutschland 10,8 Spender auf
eine Million Einwohner (2014: 10,7). Damit zeigt sich die Zahl der
Organspender in diesem Jahr erstmals wieder stabil, nachdem sie in
den Vorjahren zum Teil stark rückläufig war.
Die Anzahl der in Deutschland gespendeten Organe lag im Jahr 2015
mit 2.900 Organen etwas niedriger als im Vorjahr (2014: 2.989). Eine
mögliche Erklärung für den Rückgang der Zahl der gespendeten Organe
bei gleichzeitigem Anstieg der Zahl der Organspender sieht die DSO in
dem zunehmenden Durchschnittsalter der Spender. Da es für die
Organspende keine Altersbegrenzung gibt, mit zunehmendem Alter jedoch
die Wahrscheinlichkeit von Begleiterkrankungen zunimmt, sind
insbesondere bei älteren Spendern häufig weniger Organe für eine
Transplantation geeignet.
Im vergangenen Jahr konnten bundesweit 3.083 Organe transplantiert
werden. Dieses Ergebnis liegt über der Zahl der in Deutschland
entnommenen Organe, weil im Rahmen des internationalen
Organaustausches über Eurotransplant 183 Organe mehr nach Deutschland
vermittelt wurden, als in die benachbarten Länder abgegeben wurden.
Die Organspende entwickelte sich innerhalb der sieben Regionen der
Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) unterschiedlich. So
wurde in der DSO-Region Ost (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen)
mit 16,2 Spendern auf eine Million Einwohner die höchste Spenderrate
erreicht. Diese Zahl lässt darauf schließen, dass auch im restlichen
Bundesgebiet deutlich mehr Spenden möglich wären.
"Wir sehen es als die zentrale Aufgabe der DSO, das Personal in
den Entnahmekrankenhäusern zu allen Fragen der Organspende zu
informieren und im Spendeprozess - auch angesichts der
Arbeitsverdichtung in den Krankenhäusern - zu entlasten", erklärt Dr.
med. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der DSO. "Denn die
Realisierung möglicher Organspenden ist im Interesse der vielen
Patienten auf der Warteliste, entspricht aber ebenso dem Willen der
Verstorbenen und ihrer Angehörigen, die sich entschieden haben, über
den Tod hinaus anderen Menschen zu helfen."
Positiv bewertet die DSO, dass im Jahr 2015 die Summe der
organspendebezogenen Kontakte der Krankenhäuser zur
Koordinierungsstelle um 3,4 Prozent auf 2.244 gestiegen ist (2014:
2.170). Dieser Trend ist vor allem dem zunehmenden Engagement der
Kliniken ohne Neurochirurgie zu verdanken. In diesen Krankenhäusern
kommen Organspenden verhältnismäßig selten vor. Aufgrund ihrer großen
Anzahl ist es aus Sicht der DSO daher besonders bedeutend, dass
vorhandene Möglichkeiten dort erkannt werden.
Ein wichtiger Meilenstein in der stetigen Optimierung der
Zusammenarbeit zwischen den rund 1.300 Entnahmekrankenhäusern und der
DSO wurde durch die im November 2015 eingeführten
Verfahrensanweisungen gemäß § 11 Transplantationsgesetz gesetzt.
Diese richten sich an die Mitarbeiter der Krankenhäuser und der DSO.
Sie erläutern die Kernprozesse der Organspende und die vielfältigen
Unterstützungsangebote der DSO. "Die Verfahrensanweisungen zeigen
deutlich, dass wir auch weiterhin alles dafür tun werden, jedes
Krankenhaus in seinem Engagement für die Organspende bestmöglich zu
begleiten und zu unterstützen", betont Rahmel.
alle Zahlen: Stand 13.01.2016
Pressekontakt:
Birgit Blome, Bereichsleiterin Kommunikation
Nadine Körner, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Datum: 15.01.2016 - 10:00 Uhr
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