NRZ: Seehofer zündelt - ein Kommentar von JAN JESSEN
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Flüchtlingskrise gerne ab, um sich und seine CSU nach rechts
abzusichern. Unvergessen, wie er die CDU-Chefin beim christsozialen
Parteitag im November auf eine nahezu unverschämte Art und Weise
brüskierte. Jetzt hat er von einer "Herrschaft des Unrechts"
gesprochen. Das ist nur einen Hauch entfernt vom "Unrechtsstaat",
einem Begriff, mit dem gemeinhin die Nazi-Diktatur oder die DDR
bezeichnet werden. Eine Entgleisung, die auf Merkels ostdeutsche
Herkunft zielt und die schizophren zugleich ist. Seehofer bedient mit
solchen Zündeleien die Ressentiments am rechten Rand gegen das
politische Establishment. Weil er diesem selbst angehört, dürfte ihm
zwar Beifall der Politik-Verächter gewiss sein, politisches Kapital
wird er daraus nicht schlagen. Es sei denn, er belässt es nicht bei
Geschwätz, sondern zieht endlich Konsequenzen - wenn in Berlin eine
Unrechtskoalition herrscht, sollte Seehofer seine CSU daraus
abziehen. Oder die Klappe halten.
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Datum: 10.02.2016 - 17:30 Uhr
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