Lausitzer Rundschau: Der neue Kalte Krieg
Zu den russischen Drohungen in München
ID: 1320625
Sicherheitskonferenz war plötzlich wieder von Kaltem Krieg die Rede,
sogar von Weltkrieg, und man zeigte sich gegenseitig verbal die
atomare Bewaffnung. Sind sie alle wieder verrückt geworden? Nein,
nicht alle. Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew hat die
Tonlage angestimmt, kein anderer. Und es war diesmal nicht der
angebliche amerikanische Imperialismus, der diese Situation ausgelöst
hat, es ist der russische. Moskaus Annexion der Krim, sein verdeckter
Krieg in der Ost-Ukraine, sein offener Krieg in Syrien, die massive
Aufrüstung seiner Armee, die Bedrohung der baltischen Staaten,
Georgiens und Moldaus, das sind die Fakten. Demgegenüber stehen zwar
Ungeschicklichkeiten der EU-Diplomatie bei ihrem Umgang mit dem
großen Nachbarn in Sachen osteuropäische Partnerschaft. Schlimmeres
aber nicht. Man soll bloß nicht auf die Mär der gleichgeschalteten
russischen Medien hereinfallen, hier werde eine Nation systematisch
an den Rand gedrängt. Eher ist es im Gegenteil so, dass Obamas gut
gemeinter Rückzug von den europäischen und nahöstlichen
Konfliktfeldern Moskau erst ermutigt hat. Man soll sowieso nicht
Russland mit Putin gleichsetzen. Die aktuelle russische Führung setzt
auf Konfrontation und Nationalchauvinismus, weil sie im Inneren
nichts auf die Reihe bekommt außer Repressionen gegen Andersdenkende.
Weil sie ihre Wirtschaft verschludern und ihre Menschen verarmen
lässt. Wenn wir einen neuen Kalten Krieg haben, dann, weil dieses
Regime alter Geheimdienstseilschaften und neuer korrupter Eliten in
einer Welt ohne nicht warm wird. Es ist schlimm genug, dass die
Mehrheit der Russen dem nachläuft. Es ist nachgerade schändlich, dass
es auch im Westen welche tun, in Deutschland ausgerechnet die
Linkspartei und Rechte wie Horst Seehofer. Wo Amerika nicht ist,
füllen andere das Vakuum. Aber Amerika kann nicht überall sein. Umso
mehr fällt der Blick auf Europa. Natürlich wäre es hochgradig
gefährlich, jetzt Gleiches mit Gleichem zu beantworten. Die erste
Antwort muss Diplomatie lauten, die zweite und dritte auch. Denn noch
ist nicht ausgemacht, wie weit Putin gehen wird. Aber Europa muss
sich auch vorbereiten, es darf wegen eines drohenden Kalten Krieges
jetzt nicht in Angststarre verfallen und wie ein Hühnerhaufen
auseinander laufen. Europa braucht eine neue Ge- und Entschlossenheit
gegenüber Moskau, und es braucht eine abgestimmte Sicherheitspolitik.
Dazu gehören klare Signale der Solidarität für die bedrohten Nachbarn
Russlands, dazu gehört auch eine Überprüfung der zuletzt allzu
träumerisch gestalteten eigenen Wehretats. Das alles wird gelten, so
lange Putin im Kreml regiert. Es kann eben der Frömmste in Frieden
nicht leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Das war die
ernüchternde Botschaft von München anno 2016.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.02.2016 - 19:26 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1320625
Anzahl Zeichen: 3253
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Cottbus
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 376 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Der neue Kalte Krieg
Zu den russischen Drohungen in München"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die
Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet
Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü
Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau
Kölner Stadt-Anzeiger: Bonner Arbeitsrechtler Gregor Thüsing verteidigt katholische Bischöfe gegen Vorwurf des Pharisäertums ...
Der Bonner Arbeitsrechtler Gregor Thüsing hat die kirchliche Ablehnung eines wiederverheirateten Geschiedenen als Bewerber für das Rektorenamt der Katholischen Hochschule NRW (KatHO) als "zweifellos legitim" verteidigt. Es gehe hier "um eine herausgehobene Position im kirchliche
Südwest Presse: KOMMENTAR · EU-FLÜCHTLINGSPOLITIK Letzte Hoffnung Bosporus ...
Wer ein letztes Quentchen Hoffnung hatte, der zerstrittene europäische Haufen - einst Union genannt - würde sich noch auf eine gemeinsame Linie in der Flüchtlingsfrage einigen, kann diese nach dem Wochenende getrost beerdigen: Die EU wird auch auf dem Gipfeltreffen in Brüssel am Donnerstag un
Mitteldeutsche Zeitung: zu Petitionsausschuss/Sachsen-Anhalt ...
Auch wenn nur ein Bruchteil der eingegangenen Petitionen im Sinne der Betroffenen entschieden werden können - der Petitionsausschuss wirkt nicht zuletzt dadurch, dass Verwaltungen wissen, dass ihnen jemand auf die Finger schaut. Daher sollte der Zugang ins Parlament viel öfter genutzt werde
Mitteldeutsche Zeitung: zu Sicherheitskonferenz/Russland ...
Russlands Präsident geht aber auch ein hohes Risiko ein. Um die Wirtschaft seines Landes steht es nicht zum Besten - nicht bloß wegen der Sanktionen. Ja, er rüstet auf. Aber kann er sich diesen aggressiven Kurs leisten? Er braucht Kooperation. Ökonomisch. Technologisch. China macht ebenfal




