Weser-Kurier: Kommentar von Hendrik Wernerüber Pestizid in der Gerste
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Weltgesundheitsorganisation Verbrauchern mit Alarm-Aplomb auftischte,
dass regelmäßiger Verzehr von verarbeitetem Fleisch das
Darmkrebsrisiko steigert. Nicht neu, diese Erkenntnis, aber
bedenkenswert. Jetzt wird erneut eine vorgeblich gefährliche Sau
durch das Weltdorf gejagt. Nun ist es eine deutsche Biere betreffende
Studie, die Verbrauchern nahelegt, maßvoll zu sein: In einer -
umstrittenen - Untersuchung sind Spuren des Pestizids Glyphosat
festgestellt worden. Wenn selbst die als Köchin bekannte
Bio-Aktivistin Sarah Wiener umfänglichen Schutz vor Pestiziden in der
Nahrung für unmöglich hält, gibt das zu denken. Denn es bedeutet,
dass nur eine strikt ökologische Landwirtschaft Gefährdungen durch
Glyphosat ausschließen kann. Eine solche Agrikultur aber ist unter
globalisierten Produktionsbedingungen nur ein anderes Wort für
Wolkenkuckucksheim. Zynisch mutet dennoch die Einlassung des
Bundesernährungsministers an. Der Mann, ein Mittelfranke, entblödet
sich nicht, die auch und gerade jenseits des Bierkonsums gegebene
Bedrohung durch Pestizide durch markige Sprüche kleinzureden: Man
müsse schon 1000 Maß Bier trinken, um eine gesundheitlich bedenkliche
Menge Glyphosat abzubekommen. Derlei sei ihm nicht mal in Bayern
untergekommen, scherzte der Politiker fade. Er hätte auch sagen
können: Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Schokolade Schnaps
enthält. Mit dem Bashing einer Studie aber ist das factum brutum
nicht aus der Welt: So lange im Ackerbau Chemikalien eingesetzt
werden, produziert Deutschland ungesund.
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Datum: 25.02.2016 - 21:02 Uhr
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