Schwäbische Zeitung: Moskau spielt Krieg und Frieden - Kommentar zu Syrien
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Die Hilfe für Assad ist schneller beendet als die meisten Analysten
es erwartet haben. Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt.
In Genf haben neue Friedensgespräche für das Bürgerkriegsland
begonnen, der Kremlchef verkauft den Abzug als seinen Beitrag zur
politischen Regelung des Syrienproblems. Allerdings ist Russland
Kriegspartei, die wahllos den Islamischen Staat, die syrische
Opposition und auch Zivilisten angegriffen hat. Somit kann Moskau
nicht als Vermittler agieren. Ohnehin sagt Putin aber nur einen Teil
der Wahrheit.
Der andere Teil ist, dass sein wirtschaftlich geschwächtes Land
nicht in der Lage wäre, die kostspielige und logistisch schwierige
Militäroperation in Syrien noch viel länger zu führen - zumal es für
Moskau dort nicht mehr viel zu gewinnen gab. Die Atommacht war in den
"Luftkrieg gegen die Terroristen" eingetreten, um das Regime des
Verbündeten Assad zu stabilisieren und um sich im Nahen Osten als
Gegengewicht zu den USA ins Spiel zu bringen. Beide Ziele sind
erreicht, jetzt nutzt Putin die erstbeste Chance, um die riskante
Operation zu beenden.
Und noch etwas steckt hinter dem abrupten Kurswechsel: der Wunsch,
den Westen zu überrumpeln und damit die Initiative zu ergreifen.
Diese auch in der Ukraine getestete Taktik scheint ein fester
Bestandteil der außenpolitischen Strategie Moskaus zu werden. Es mag
Putin eine Freude bereiten, andere Regierungen zu düpieren. Damit
zeigt er allerdings der Welt auch, dass sein Land derzeit kein
verlässlicher Partner sein kann.
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Datum: 15.03.2016 - 21:12 Uhr
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