Norbert Blüm nach Idomeni-Besuch live bei stern TV:
"Geschäfte sind wichtiger als Menschenleben, das ist pervers"
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hat, dann muss es sich von leidenden Kinderaugen erpressen lassen.
Ich hoff zumindest, dass es noch so viel Gefühl in Europa gibt". Das
sagte der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU), der am
Wochenende mit stern TV das Flüchtlingslager Idomeni besucht hat, am
Mittwochabend live bei Steffen Hallaschka im Studiogespräch. "Wer da
nicht Mitleid spürt, der hat ein Herz aus Stein, der ist
unmenschlich." Blüm hatte von Samstag auf Sonntag bei den
Flüchtlingen gezeltet, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Die
unmenschlichen Verhältnisse vor Ort, der Schlamm, die Kälte und der
Stacheldraht machen den 80-Jährigen fassungslos: "Was ich eine Nacht
kaum ausgehalten habe, das halten die hier zum Teil schon seit Wochen
aus. Was müssen die eigentlich erlebt haben, dass die das hier
durchhalten."
Blüms Kritik richtete sich beim Studiogespräch erneut gegen die
europäische Politik. "Europa hat 500 Millionen Menschen - wenn wir 5
Millionen aufnehmen würden, muss niemand besondere Leistungen
erbringen", so Blüm bei stern TV. "Das sind Leute, die sind am
ersaufen - und was macht das Europa? 28 Staatsmänner kommen zusammen
und diskutieren zwei Nächte lang über die Sozialleistungen von
Großbritannien, damit die bei Laune bleiben, während zugleich die
Menschen im Mittelmeer ertrinken." Auch sei es ein Skandal, dass
Geschäftemachen wichtiger sei, als den Menschen zu helfen. "Durchs
Lager in Idomeni fährt regelmäßig ein Güterzug, der wird
durchgelassen, während die Menschen eingesperrt sind", so Blüm bei
stern TV. "Das halte ich für pervers, das ist eine verrückte Welt.
Güter haben Vorfahrt vor den Menschen, das kann nicht sein." Er
wünsche sich vielmehr ein Europa, das solidarisch sei. "Ansonsten
kann man den Laden auch schließen. Nur um Geschäfte zu machen,
brauche ich kein Europa.
Blüm distanziert sich erneut vom Flugblatt "Kommando Norbert Blüm"
Zu dem am Montag im Lager aufgetauchten Flugblatt mit dem
mysteriösen Aufdruck "Kommando Norbert Blüm" sagte der frühere
Arbeitsminister bei stern TV: "Nichts habe ich mit dem Flugblatt zu
tun und ich hätte auch den Ratschlag zu diesem Fluchtweg nicht
gegeben. Aber wie verzweifelt muss jemand sein, so eine Fluchtroute
zu wählen."
Der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm war bereits am
Freitag mit stern TV nach Idomeni gereist, um sich vor Ort ein Bild
der Lage zu machen - "damit man nicht nur reden kann über das, was
man erzählt bekommen hat." Direkt nach seiner Ankunft hatte Blüm
die Verhältnisse vor Ort als Anschlag auf die Menschlichkeit
bezeichnet: "Diese Art von Brutalität ist unwürdig der europäischen
Kultur", so Blüm. In der Nacht von Samstag auf Sonntag hatte er im
Auffanglager zwischen den Flüchtlingen gezeltet.
Der vollständige Beitrag von Blüms Besuch in Idomeni ist ab sofort
bei sterntv.de und auf facebook.com/sterntv zu sehen.
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Datum: 17.03.2016 - 06:30 Uhr
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