Mehr Markt in der Jugendhilfe erhöht Qualität und Effizienz
VPK fordert von schwarz-gelber Koalition im Bund mehr Mut zu Veränderungen
"Der Koalitionsvertrag lässt uns hoffen, es müssen nun aber auch Taten folgen", betont der Präsident des VPK Michael W. Budig. "Die Hoffnung leiten wir aus dem insgesamt sehr markt- und wettbewerbsfreundlichen Geist des Vertrages ab", betont er. Insgesamt werde das Prinzip der sozialen Marktwirtschaft gestärkt. Der Verband hoffe nun, dass sich dieses Bekenntnis endlich auch auf die Kinder- und Jugendhilfe überträgt.
"Private Anbieter haben in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen, dass sie bei mindestens gleicher Qualität und zu günstigeren Preisen individuelle und bedarfsgerechte Angebote zur Betreuung von Kindern- und Jugendlichen machen", betont Budig. Die in der Koalitionsvereinbarung benannte Trägervielfalt nutzt allen: Kindern und Jugendlichen, Eltern, Kommunen, den öffentlichen Haushalten und insgesamt der Qualität in der Jugendhilfe. Die einseitige eher ideologisch motivierte Bevorzugung frei-gemeinnütziger Träger entspreche nicht mehr dem Zeitgeist und auch nicht mehr den gegebenen Notwendigkeiten. Sie stärke nicht die vorhandenen Innovationspotentiale, führe zu Wettbewerbsverzerrungen in der Jugendhilfe und zu teils unnötigen Kosten. "Die neue Bundesregierung sollte nun zügig aufzeigen, dass ihr die Themen Qualität, Trägervielfalt, Innovation und die Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs auch in der Jugendhilfe wichtig sind und dazu entsprechende Schritte einleiten", so Budig weiter.
Der VPK-Bundesverband begrüßt die im Koalitionsvertrag befindliche klare Absicht, einen neuen Anlauf für ein notwendiges Kinderschutzgesetz zu unternehmen, die Qualität der Kinder und Jugendhilfe zu evaluieren und gegebenenfalls Standards weiterzuentwickeln.
Kritisch hingegen sieht der Verband die Absicht, ab dem Jahr 2013 ein Betreuungsgeld in Höhe von 150,- EUR für die Eltern einzuführen, die ihre unter dreijährigen Kinder nicht in eine Kindertagesbetreuung geben wollen. Hier sei ernsthaft zu befürchten, dass gerade die Kinder, die dringend einer Förderung bedürften, hiervon ausgeschlossen würden, weil ihre Eltern das Betreuungsgeld direkt in Anspruch nehmen wollen. Dies müsse im Interesse dieser Kinder dringend vermieden werden.
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Datum: 05.11.2009 - 21:25 Uhr
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