Lausitzer Rundschau: Ein Beleg mehr
Zur Verstrickung von NSU und V-Leuten
ID: 1342277
gefasst sein. Tatsache ist: Die Aufklärungsarbeit diverser
Untersuchungsausschüsse hat viele Ungereimtheiten bis hin zu
Vertuschungen ans Tageslicht gebracht. Mehr noch: Es bestehen
berechtigte Zweifel an der offiziellen Version, dass die
Sicherheitsbehörden nichts davon ahnten, dass drei Rechtsterroristen
jahrelang mordend durchs Land zogen. Viele Dinge rund um den NSU
passen auch fünf Jahre nach seiner Aufdeckung hinten und
vorne nicht zusammen - die neuen Erkenntnisse um einen V-Mann, so sie
denn zutreffen, sind dafür ein weiterer Beleg. Dieser Skandal ist
noch lange nicht zu Ende. Sollte der Verfassungsschutz tatsächlich
einen Zuträger so nah am Terrortrio gehabt haben, während es im
Untergrund lebte und seine Taten beging, dann drängt sich die Frage
neu auf, ob die Morde von staatlicher Seite nicht hätten verhindert
werden können. Viele, die sich mit dem NSU lange beschäftigt haben,
glauben, dass dies durchaus möglich gewesen wäre. Sie können sich
jetzt erst recht bestätigt sehen. Wobei jedem klar sein muss:
V-Männer sind keine Ehrenmänner, die sich ohne Wenn und Aber in den
Dienst des Staates stellen. Meist sind es zwielichtige Gestalten,
fest verwurzelt in der Szene, die dann des Geldes wegen mit den
Behörden kooperieren. Was aber keine Garantie beinhaltet, dass sie
alle wichtigen Informationen weiterleiten oder alles wahr ist, was
sie berichten. Gleichwohl muss sich der Staat nun erneut fragen, ob
es richtig ist, über V-Männer Aktivitäten von Extremisten
mitzufinanzieren oder eine Szene sogar am Leben zu erhalten. So, wie
das in Thüringen der Fall gewesen ist. Auch wenn die Regeln nach den
NSU-Ereignissen verschärft worden sind, ist und bleibt der
V-Mann-Einsatz eine hochproblematische Angelegenheit. Mit vielen
Risiken und Nebenwirkungen.
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Datum: 07.04.2016 - 20:38 Uhr
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