Schiller wird 250 - doch wer lag in seinem Grab?
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Wer fälschte und stahl Schillers Schädel? Eine junge Lehrerin in der DDR der achtziger Jahre durchdenkt und durchlebt die sonderbare Wanderung von Friedrich von Schillers sterblichen Resten. Ein Buch im Buch entsteht: Das Leben der Caroline von Löschwitz im Leipzig der Vorwendezeit auf der einen Seite, der rätselhafte Totentanz von Schillers Gebeinen auf der anderen. Ein historischer Kriminalfall. War Goethe der Täter?
Einem Interesse folgend, beschäftigte er sich mit der Person Schiller, vor allem mit dem Tod des klassischen Dichters. All seine Überlegungen finden sich im aktuellen Buch "Caroline und der 53. Gast" wieder, einer Mischung aus historischem und Kriminalroman, aus Fantasy und Bewiesenem.
Im Nachwort schreibt Persdorf: "Der Schiller, dessen Schädel in der Weimarer Fürstengruft ruht, könnte ja ein Kuckuckskind sein - der Familie des redlichen Johann Kaspar Schiller und seiner Ehefrau Elisabeth Dorothea geborene Kodweiß untergeschoben, ins unbewachte Nest gelegt. Doch dann wäre Friedrich von Schiller auch nicht der Bruder seiner Schwester Christophine und nicht der Vater seines Sohnes Ernst und die stolze, eher prüde Charlotte von Schiller wäre eine ... Wollen wir es hier gut sein lassen und den geliebten Dichter und seine treue und unbescholtene Ehefrau nicht einer solchen perfiden, völlig unbegründbaren Verdächtigung aussetzen Auch die Skelette von Schillers ältestem Sohn, dem Württembergischen Forstmeister im Freiherrenstand Karl Friedrich Ludwig von Schiller und dessen Sohn Friedrich, Major in österreichschen Diensten, wurden noch der "verhüllenden" Erde des Fangelbach-Friedhofes in Stuttgart entnommen. Der Y-chromosomale Gencode stimmte wie erwartet mit dem seines Bruders beziehungsweise seines Onkels Ernst von Schiller überein. Acht Skelette, alle Mitglieder der Familie Friedrich und Charlotte von Schiller, waren unbestreitbar in mütterlicher Linie verwandt und die Schillersöhne über das Y-Chromosom auch in väterlicher Linie. Eine Verwandtschaft der Untersuchten mit dem ehemaligen Träger des Fürstengrufthauptes ist völlig ausgeschlossen. Sela. Das Gewitter hat sich verzogen. Der Schädel ist nicht ächt! Hermann Welcker hat Recht behalten mit seinen Untersuchungen am Gipsabguss des gefälschten Knochenhauptes und seine Urenkelin Caroline von Löschwitz mit ihrer fraulich-empfindsamen Durchdringung der Quellen."
Diskussionsstoff ist in Hülle und Fülle gegeben, gerade jetzt, da alle Welt auf den deutschen Dichter schaut.
(Tino Hemmann)
Thomas Persdorf: "Caroline und der 53. Gast"; ISBN 978-3-86901-624-5; 1. Auflage 2009; Engelsdorfer Verlag; Sprache: Deutsch; Taschenbuch, 458 Seiten; Preis: 12,90 EUR
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Datum: 09.11.2009 - 12:25 Uhr
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