Jedem zweiten Heuschnupfenpatienten droht Asthma / Am 3. Mai ist Weltasthma-Tag (FOTO)

Jedem zweiten Heuschnupfenpatienten droht Asthma / Am 3. Mai ist Weltasthma-Tag (FOTO)

ID: 1350815

(ots) -
Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter /
Erhebliche Einschränkungen in der Lebensqualität /
Hyposensibilisierung kann vor Asthma schützen

Wenn jetzt im Frühling wieder die Pollen fliegen, sollten
Heuschnupfen-Geplagte genauer auf ihre Symptome achten: Pfeifende
Atemgeräusche, ein Engegefühl in der Brust, Hustenreiz oder
Kurzatmigkeit können Warnzeichen sein, dass sich aus einer Allergie
ein Asthma entwickelt hat. Von dieser Erkrankung sind in Deutschland
bis zu acht Millionen Menschen betroffen. Fünf bis sieben Prozent der
Erwachsenen haben schon einmal in ihrem Leben die Diagnose Asthma
erhalten. Bei Kindern ist die Erkrankung noch häufiger: Bis zu 10
Prozent der Heranwachsenden leiden darunter. Damit ist Asthma die
häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Asthma-Erkrankungen
haben in den letzten Jahrzehnten zugenommen: "Eine der Hauptursachen
dafür ist wohl der Anstieg von allergischen Erkrankungen insgesamt",
stellt Dr. Andreas Hellmann fest, Vorsitzender des Bundesverbandes
der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner (BdP). Allergien
sollten als Erkrankung unbedingt ernst genommen werden: "Jeder zweite
Heuschnupfenpatient läuft Gefahr, mit der Zeit ein allergisches
Asthma zu entwickeln", so Dr. Hellmann.

Neben allergischem Asthma gibt es auch nicht-allergisches Asthma,
wovon aber nur etwa 20% der Asthmatiker betroffen sind. Der Großteil
von ihnen leidet unter allergischem Asthma oder unter Mischformen.
Dabei ist der Zusammenhang zwischen Allergien und Asthma
offensichtlich: Allergien auf Pollen oder Milben verursachen eine
Entzündungsreaktion der Atemwege. Wenn bei einem Allergiker nicht nur
die Schleimhäute der Nase permanent entzündet sind, sondern
zusätzlich die Schleimhäute der Bronchien auf die Allergene reagieren
und sich verengen, kann dies Asthma auslösen. Dies äußert sich dann


in den typischen Symptomen wie Atemnot, Hustenanfällen und einem
Engegefühl in der Brust.

Asthma hat erhebliche Folgen für die Lebensqualität der
Betroffenen: "Neben den körperlichen Beschwerden ist die Krankheit
auch psychisch belastend. Asthmapatienten müssen kontinuierlich
Medikamente nehmen. Vielen macht die ständige Angst vor einem Anfall
zu schaffen. Oder die Angst vor einem Atemwegsinfekt - denn solche
Infekte verlaufen bei Asthmatikern häufig besonders schwer und sind
langwierig", erklärt Dr. Hellmann. "Glücklicherweise lässt sich
Asthma heute aber in vielen Fällen gut kontrollieren. Dann kann man
mit der Erkrankung ein normales Leben führen, abgesehen von den
Medikamenten. Es gibt eine ganze Reihe von Olympiasiegern, die an
Asthma leiden."

Um allergisches Asthma zu vermeiden, sollte man seine Allergie mit
einer Hyposensibilisierung ursächlich behandeln: Dabei wird der
Körper langsam an das Allergen, auf das er reagiert, gewöhnt und
lernt, nicht mehr allergisch zu reagieren. Nur eine
Hyposensibilisierung kann verhindern, dass aus einer Allergie
irgendwann Asthma wird. Nasensprays und Augentropfen lindern zwar
akute Beschwerden, sind aber hinsichtlich einer Prävention von Asthma
wirkungslos. Auch die WHO empfiehlt die Hyposensibilisierung, die bei
rund 80% der Patienten erfolgreich ist. "Eine Hyposensibilisierung
ist besonders erfolgversprechend, wenn sie zu einem frühen Zeitpunkt
der allergischen Erkrankung durchgeführt würde, am besten bereits im
Kindesalter", sagt Dr. Hellmann. "Bei Menschen mit vielen Allergien,
die das ganze Jahr über Beschwerden haben, wird die Behandlung immer
schwieriger. Gleichzeitig besteht hier das höchste Asthmarisiko."

Eine Hyposensibilisierung kann mit Spritzen, die der Arzt
verabreicht, oder auch in Form von Tabletten, die der Patient
selbstständig zu Hause einnehmen kann, durchgeführt werden. Die
Therapie dauert rund drei Jahre. Die aktuelle Leitlinie der
allergologischen Fachgesellschaften[1] empfiehlt, Präparate zu
wählen, die zugelassen sind, für die eine Wirksamkeit in
wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde und die vor der
Entwicklung von weiteren Allergien und vor Asthma schützen. Die
Kosten für eine Hyposensibilisierung tragen in der Regel die
Krankenkassen.

Der Weltasthma-Tag wurde 1998 von der Global Initiative for Asthma
(GINA) ins Leben gerufen, um auf diese chronische Entzündung der
Atemwege aufmerksam zu machen. Er findet am 3. Mai 2016 statt.

Das vollständige Interview sowie ein Foto von Dr. Hellmann
schicken wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.

Weitere Informationen unter: www.allergiecheck.de

[1] Leitlinie Spezifische Immuntherapie. Leitlinie zur (allergen-)
spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen
Erkrankungen. Pfaar et al., Allergo J Int;23:282-319, 2014



Pressekontakt:
Dr. Lioba Wagner
Convergo GmbH
Agentur für Wissenschaftskommunikation
Waldhofer Str. 102
69123 Heidelberg
Email: l.wagner@convergo.de
Telefon: 06221-1879073

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Datum: 28.04.2016 - 12:22 Uhr
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