Adidas-Erben schließen sich zusammen: Familien wollen Nachlass von Unternehmensgründer Adi Dassler auch für eigene Geschäfte nutzen
ID: 1357241
Markenrechte laufen / Adi Dassler International Family Office
gegründet
Berlin, 17. Mai 2016 - Die Adidas-Erben wollen sich die Kontrolle
über den Nachlass und die Rechte von Unternehmensgründer Adolf
Dassler sichern - unter anderem für eigene Geschäfte. Dafür hat sich
die Familie nach vielen Jahren der Funkstille wieder
zusammengeschlossen. "Die Familie will das Erbe Adi Dasslers
bewahren", sagte Horst Bente, Enkel des Adidas-Gründers, dem
Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 6/2016, EVT 19. Mai). Ziel der
Initiative ist es, Markenrechte etwa für Dasslers Unterschrift
schützen zu lassen. Die Anmeldung der Rechte hat der
Sportartikelkonzern jedoch angefochten.
Im Dassler-Clan war es - wie bei vielen Familienunternehmen - nach
dem Tod des Gründers 1978 zu heftigem Streit gekommen. Im Jahr 1990
mussten die Erben das angeschlagene Unternehmen verkaufen. Seitdem
halten die Familien von Adi Dasslers fünf Kindern, die heute unter
anderem in der Nähe von Herzogenaurach, in der Schweiz und auf den
Bahamas leben, keine Anteile mehr an dem Dax-Konzern. Nach langer
Zurückgezogenheit haben sich nun vier der fünf Familienstämme wieder
zusammengetan, um ihre Interessen gegenüber dem Konzern zu vertreten.
Nach 'Capital'-Informationen laufen bereits seit einigen Monaten
Gespräche zwischen der Familie und dem Adidas-Management. Hintergrund
ist, dass die Rechte am Dassler-Nachlass bislang nicht vollständig
geklärt sind. Aus der Familie heißt es, das Ziel sei, künftig
gemeinsam mit dem Unternehmen das Andenken und das Archiv zu pflegen
und an gemeinsamen Projekten zu arbeiten. Denkbar sei beispielsweise
eine Kollektion Adi Dassler. Die Familie müsse aber auch eigene
Geschäfte unternehmen dürfen, heißt es weiter. Die Erben verfügen
über 7.000 historische Dokumente aus dem Nachlass, darunter Fotos,
Briefwechsel zwischen Adi Dassler und seinem Bruder und Puma-Gründer
Rudolf sowie Produktskizzen - etwa für den Fußballschuh für die WM
1954.
Der Familienstamm der Bentes will darüber hinaus den Namen ihres
berühmten Vorfahren für weitere Aktivitäten nutzen. Auf den Bahamas
wurde bereits das Adi Dassler International Family Office eröffnet,
das derzeit das Vermögen von zehn Familien verwaltet. Im Laufe des
Jahres sollen es 30 Kunden werden. Zudem soll im Sommer 2017 in
Berlin ein Inkubator für Start-ups aus dem Sportbusiness starten. Für
den Inkubator spricht Dassler-Enkel Horst Bente derzeit auf einer
Roadshow in Europa, den USA und Südamerika mit namhaften Investoren,
vor allem aus der internationalen Sportindustrie.
Pressekontakt:
Thomas Steinmann, Redaktion 'Capital',
Tel. 030/220 74-5119, E-Mail: steinmann.thomas@capital.de
www.capital.de
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Datum: 17.05.2016 - 11:10 Uhr
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