Kariesfrei: Warum Zahnärzte Angst vor Xylit haben
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Kariesfrei: Warum Zahnärzte Angst vor Xylit haben
In unserem Mund leben 300 verschiedene Mikroorganismen. Darunter auch Bakterien. Sie vergären Zucker zu Säuren, die den Zahn angreifen und ihn langsam demineralisieren. Das bedeuted seine Bausteine Kalzium und Phospat lösen sich aus dem Zahn und der erste Schritt hin zur Zahnkaries ist getan. Immer wieder gibt es Zahnmediziner, die entgegen zahlreicher wissenschaftlicher Studien Xylit verteufeln. Sie behaupten dabei: Zuckeraustauschstoffe wie Xylit können zwar keinen Karies bilden, aber auch wohl nicht vorbeugen.
Xylit oder auch Birkenzucker ist ein Fünffachzucker, der im Unterschied zu unserem Tafelzucker (Saccharose) sowie Fruchtzucker und auch Traubenzucker nicht von Bakterien im Mund verstoffwechselt werden kann. Fest steht aber: ohne Zucker und einfache Kohlenhydrate können Bakerien nicht überleben. Sie verhungern regelrecht, wenn im Mund nur Xylit zur Verfügung steht. Genau deshalb macht die Aussage, dass dieser Zucker Karies nicht vorbeugen kann keinen Sinn. Denn die lieben Zahnmediziner sagen es selbst: Durch Xylit kann sich keine neue Karies bilden! Was steckt hinter dieser Irreführung? Haben Dentisten Angst Xylit könnte ihnen die Arbeit wegnehmen?
Xylit ist als Süßungsmittel besonders oft in Kaugummis, Lutschtabletten und auch in Mundpflegeprodukten enthalten. Aus Zuckeraustauschstoffen wie Xylit können Kariesbakterien keine Säuren bilden, die die Zähne angreifen. Bislang konnte jedoch nicht bewiesen werden, dass Xylit Karies verhindert, behauptet etwa Professor Dr.med. dent. Joachim Klimek, Direktor der Zahnklinik an der Universität Gießen im Apothekenmagazin 'Diabetiker Ratgeber'. Zwar gebe es Studien, die zeigen, dass Xylit-haltiger Kaugummi zu einem Rückgang von Karies führe. 'Das dürfte jedoch eher darauf zurückzuführen sein, dass Kaugummikauen den Speichelfluss anregt, als auf eine spezifische Wirkung von Xylit', so der Zahnmediziner. Was? Wie bitte? Das stimmt so leider nicht. Denn es gibt auch Studien, bei denen die Probanden nur Pastillen mit Xylit lutschten und demnach die Kauwirkung keine Rolle spielte. Trotzdem hatten die Teilnehmer signifikant weniger Karies.
Die Turku-Studie etwa zeigt, dass Ausweichen auf alternative Süßungsmittel zu einem ebenfalls signifikanten Kariesrückfall führt. Im Rahmen der Studie wurden Personen, die den Süßstoff Xylitol zum Süßen aller Nahrungsmittel nahmen, mit einer Kontrollgruppe verglichen, die eine 'normale' zuckerhaltige Ernährung erhielt. So wird in Finnland Xylit bereits fleißig zur Kariesvorbeugung eingesetzt. Allerdings gibt es in Deutschland offenbar starken Widerstand gegen die süße Rettung. Eine Xylit-Studie an Schulen in Estland hat im Februar 2001 gezeigt, dass neben Kaugummi kauen auch der Verzehr von Pastillen mit dem Zuckeraustauschstoff Xylit das Kariesvorkommen 33 bis 60 Prozent senken kann.
Was Zahnärzte gegen Karies tun können? Bohren natürlich. Damit verschwindet zwar das Loch im Zahn. Die Krankheit ist aber nicht besiegt. Denn die Bakterien bleiben weiter im Mund. Und genau das ist Karies: eine Infektionskrankheit, an der fast jeder leidet. Eine Volkskrankheit eben. Xylit setzt bei der Ursache an, indem Bakterien keine Säuren mehr bilden können, die den Zahn schädigen könnten. Warum wird diese süße Rettung verteufelt? Womöglich stehen manche sofort in den Startlöchern, um neue Argumente gegen Xylit zu finden. Am Ende steht doch eines mit Sicherheit fest: Es gibt keine Studien, die belegen könnten, dass Xylit unwirksam ist. Trotzdem machen Zahnärzte den Stoff madig.
Xylitol bzw. Xylit befindet sich als natürlicher Zuckeralkohol in vielen Gemüsesorten und Früchten (u. a. Pflaumen, Erdbeeren, Himbeeren) sowie in der Rinde bestimmter Holzarten (z. B. Birke). Unser Körper produziert in der Leber sogar selbst jeden Tag Xylitol. Dabei hat der Zucker die gleiche Süßkraft wie handelsüblicher Hausshaltszucker und hat zudem auch noch weniger Kalorien. Deshalb ist Xylit auch für Diabetiker geeignet.
Kommentar von Dorothea Gräfin von Wurmbrand-Stuppach, Markenpost.de
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Datum: 13.11.2009 - 16:06 Uhr
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