Schwäbische Zeitung: Krank ist nicht gleich krank - Kommentar zur Gesundheitskarte
ID: 1360419
verhindert nicht nur einen leichten Zugang zur ärztlichen Versorgung
für Asylbewerber. Sie fördert die Entwicklung eines
Zwei-Klassen-Gesundheitssystems.
Fühlt sich der Deutsche krank, geht er zum Arzt. Fühlt sich der
Flüchtling krank, geht er zum Sozialamt. Dort entscheiden
Verwaltungsleute, ob er zum Arzt darf oder nicht. Das ist
bürokratisch, es nimmt den Menschen Entscheidungsfreiheit und basiert
- neben der Angst, die Karte sei "Werbung" und eine "Einladung" für
Asylbewerber - vor allem auf der Vermutung, dass Kosten andernfalls
in die Höhe schnellen würden. Dabei hat etwa Hamburg seit Einführung
der Karte Kosten eingespart. Zudem bekommen Asylbewerber nur
eingeschränkte Leistungen - mit oder ohne Gesundheitskarte.
Was bleibt, ist die Ungleichbehandlung kranker Menschen.
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Datum: 24.05.2016 - 19:11 Uhr
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