Lausitzer Rundschau: Bemerkenswerte Bilanz
Die Große Koalition ist doch besser als ihr Ruf
ID: 1361059
gerade recht gekommen, denn sie war in Verruf geraten. Die
Zusammenarbeit von Union und SPD gilt als ein Grund für das Erstarken
der AfD. Festgemacht wird das an der Flüchtlingspolitik, die vielen
zu liberal, sogar blauäugig erscheint. Doch in Meseberg haben beiden
Seiten bewiesen, dass es sich um eine verzerrte öffentliche
Wahrnehmung handelt. Das Bündnis ist viel besser als sein Ruf. Diese
Koalition hat ein Konzept, sie tut etwas in der Flüchtlingsfrage. Das
neue Integrationsgesetz bietet den Asylsuchenden Chancen, aber es
nimmt sie auch klar in die Pflicht. Genau das wird von den
allermeisten Bürgern erwartet. Unbestritten ist, dass eine Große
Koalition den politischen Wettbewerb in der Mitte marginalisiert. Die
Polarisierung wird geringer, und das stärkt die Ränder. Es ist jedoch
weitaus schwieriger, politisch zu handeln, als ständig etwas
populistisch zu fordern. Insbesondere dann, wenn sich zwei Partner
als gleichberechtigt ansehen. Daran gemessen haben Union und SPD doch
eine bemerkenswerte Bilanz vorzuweisen: Energiepaket, Teilhabegesetz,
Aufwüchse in den Etats, die Reformen zugunsten der Rentner, die
Bewältigung der Flüchtlingskrise, jetzt das Mega-Thema
Digitalisierung. Vieles ist umgesetzt und angeschoben worden. Einiges
ist noch liegengeblieben, Stichwort Erbschaftsteuer oder
Lohngleichheit für Männer und Frauen. Aber wie könnte es anders sein
- es gibt strittige Punkte, die noch nicht zu Ende diskutiert sind.
Das ist normal. Der Streit der vergangenen Monate zwischen CDU und
CSU und das Dauerfeuer von CSU-Chef Horst Seehofer gegen Angela
Merkel haben den Ruf der Koalition viel mehr ramponiert als die
wenigen Punkte, um die in dieser Regierung ideologisch gerungen
wurde. Etwa Frauenquote oder Mindestlohn. Ziel beider Lager muss es
jedoch trotz aller Erfolge sein, dass die Große Koalition ein Bündnis
auf Zeit bleibt. Nicht zuletzt aus Gründen der demokratischen
Klarheit. Zwar sind die Deutschen harmoniebedürftig, sie lieben
eigentlich den Konsens. Doch zu viele politische Gemeinsamkeiten
werden dann fälschlicherweise gerne mit Stillstand gleichgesetzt.
Auch daraus folgt, dass Union und SPD sich daran machen müssen,
Alternativen für die Zeit nach der nächsten Bundestagswahl
auszumachen. Nach jetzigem Stand wird sich das Parteienspektrum
parlamentarisch erweitern, die Umfragen und die letzten
Landtagswahlen legen diesen Schluss nahe. Das sollte dazu führen,
dass Optionen neu gedacht werden. Für die SPD bedeutet dies, sich
endlich der Debatte über Rot-Rot-Grün zu stellen. Demgegenüber muss
die Union die Diskussion über Schwarz-Grün-Gelb im Bund führen. Ihr
Bündnis sollten beide Seiten trotzdem vernünftig und geordnet zu Ende
führen, ganz im Geist von Meseberg. Denn um die Parteien geht es am
Wahltag. Um das Land bis dahin.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 25.05.2016 - 22:28 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1361059
Anzahl Zeichen: 3289
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Cottbus
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 614 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Bemerkenswerte Bilanz
Die Große Koalition ist doch besser als ihr Ruf"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die
Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet
Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü
Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Bundesregierung beschließt Integrationsgesetz Das reicht noch nicht Carolin Nieder-Entgelmeier ...
Mit dem Grundsatz "Fordern und Fördern" wird vom Kindergarten bis zum Altenheim gearbeitet, Lehrer nutzen ihn ebenso wie Arbeitgeber, und in Sportvereinen gilt der Grundsatz genauso wie in Orchestern. In allen Lebensbereichen profitieren Menschen von dem Druck, Forderungen zu erfüllen
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Betrug bei Pflegediensten Allzu leichtes Spiel Wolfgang Mulke ...
Manchmal besteht das Skandalöse einer Entwicklung nicht in der Tat selbst, sondern in der Unterlassung. Das trifft auch auf den bereits jetzt immer weiter ansteigenden Markt für Pflegedienste zu. Das schwer überschaubare System der verschiedenen Leistungen und Kostenträger und die Vielzahl der
Westfalen-Blatt: zu den neuen Regeln für Fernsehen und Internet ...
Die Vorstellung, dass das abendliche Fernsehprogramm bei den Privatsendern künftig noch weitaus häufiger und länger von Werbebeiträgen unterbrochen werden dürfte, wird kaum einen Zuschauer wirklich begeistern. Doch die EU-Kommission hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Hürden für d
Rheinische Post: Kommentar / Gut gemacht, GroKo! = Von Michael Bröcker ...
Die große Koalition schafft mit dem Integrationsgesetz etwas, was man ihr eigentlich gar nicht mehr zugetraut hätte: Sie gibt eine politisch angemessene Antwort auf ein drängendes gesellschaftliches Problem. Das Prinzip Fördern und Fordern soll endlich auch in der bislang durch Multikulti-Ro




