Firmen in Asien zahlen schlecht / Kreditversicherer Coface untersucht acht Länder
ID: 1367951
erneut das Zahlungsverhalten von Unternehmen im Raum Asien-Pazifik
untersucht. Das Ergebnis aus der Befragung von fast 3000 Unternehmen
in den acht Ländern Australien, China, Hongkong, Indien, Japan,
Singapur, Taiwan und Thailand: Sieben von zehn (69,8%) Prozent der
Unternehmen erlebten Zahlungsverzögerungen. Das ist keine
Verbesserung zur Untersuchung im Vorjahr (69,9%). Am schlimmsten ist
die Situation in Thailand: Dort erhielt fast kein Unternehmen
pünktlich sein Geld. 96,6 Prozent berichten von Verzögerungen.
Auch in Indien (84%), Singapur (80,7%) und China (80,6%) ist die
Zahlungsmoral schwach ausgeprägt oder die Zahlungsfähigkeit
angeschlagen. Denn als Hauptgründe gaben die befragten Unternehmen
finanzielle Probleme ihrer Kunden (52%) an. Auch der Druck auf die
Gewinne aufgrund des harten Wettbewerbs (35,6%) sowie schwierige
Finanzierungsmöglichkeiten (26,4%) spielten eine Rolle. Weniger
Probleme haben Unternehmen in Japan (45,4% mit Zahlungsverzögerungen)
und Taiwan (48,6%), wenngleich auch dort fast die Hälfte der
Lieferanten länger als vereinbart auf das Geld wartet.
"Unternehmen haben finanziellen Stress"
85 Prozent der Unternehmen gewähren ihren Abnehmern den
Lieferantenkredit, liefern also auf Zahlungsziel. Damit einher geht
nicht nur das Problem des Zahlungsverzugs. Auch das Risiko, dass
Forderungen ganz ausfallen, steigt. Denn nach Erfahrungen von Coface
werden 80 Prozent der sehr lange ausstehenden Forderungen - über 180
Tage Verzögerung - nicht mehr bezahlt. Sind mehr als zwei Prozent des
Jahresumsatzes eines Unternehmens betroffen, ist in der Regel die
eigene Liquidität und Zahlungsfähigkeit gegenüber Lieferanten
gefährdet. Deshalb betrachtet Coface auch diesen Aspekt. Alarmierend
sind die Anstiege der sehr hohen und lange überzogenen Außenstände in
Indien (32% zu 24,1% im Jahr zuvor), China (33,4% zu 29,9%) und
Singapur (35,2% zu 23,3%). Dagegen hat sich die Situation unter
diesem Gesichtspunkt in Hongkong (23,9% zu 32,9%), Taiwan (10,2% zu
15,1%) und Thailand (7,0% zu 24,1%) verbessert. Am wenigsten haben
Unternehmen in Japan damit zu tun. Dort gaben nur 2,9 Prozent (7,0%)
an, solche Außenstände in den Büchern zu haben.
"Die Unternehmen in Asien haben deutlichen finanziellen Stress
aufgrund der Zahlungsverzögerungen. Dies kommt zum Druck auf die
Margen als Folge der Überkapazitäten und nachlassenden Nachfrage und
dem härter gewordenen Wettbewerb hinzu. Auch 2016 dürfte sich die
Zahlungssituation kaum verbessern", erwartet Jackit Wong, Economist
für Asien-Pazifik bei Coface.
Ein Viertel der Branchen betroffen
Der Bau ist die derzeit am meisten gefährdete Branche in der
Region Asien-Pazifik. Hier gab es die meisten Unternehmen mit sehr
langen und hohen verzögerten Außenständen. Auch die durchschnittliche
Überziehung um mehr als 90 Tage sowie die Summen der ausstehenden
Forderungen stiegen an. Unternehmen aus dem Bereich
Industriemaschinen und Elektronik hatten insgesamt am meisten mit
Zahlungsproblemen zu tun. 78 Prozent gaben das an, im Jahr zuvor
waren es 70 Prozent. Die Branchen Automobil und Transport erlebten
2015 eine deutliche Verschlechterung im Zahlungsverhalten gegenüber
dem Jahr zuvor. Mehr Unternehmen verbuchten gestiegene
Forderungsvolumen (35% zu 31%) und besonders lange Überziehungen (23%
zu 14%).
Mehr Infos zur Studie Asien-Pazifik, eine Extra-Untersuchung des
Zahlungsverhaltens in China sowie Informationen zu 160 Ländern
weltweit: www.coface.de
Pressekontakt:
Coface, Niederlassung in Deutschland
Pressesprecher Erich Hieronimus
Tel. 06131/323-541
erich.hieronimus@coface.com
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Datum: 13.06.2016 - 11:05 Uhr
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