"Wilde Natur schützen": große Naturinventur beim GEO-Tag der Artenvielfalt

"Wilde Natur schützen": große Naturinventur beim GEO-Tag der Artenvielfalt

ID: 1370462
(ots) -

- Zahlreiche überraschende Neufunde
- GEO und BUND ziehen positive Bilanz
- Größte Feldforschungsaktion in Europa
- Kinder ermitteln im GEOlino "Naturkrimi"-Wettbewerb

So wild ist die Wahner Heide: Bis zu 1.000 Arten, darunter
zahlreiche von der Roten Liste, haben rund 60 Experten am vergangenen
Wochenende in dem Biotopverbund bei Troisdorf nachgewiesen. Das
Ergebnis ist ein gutes Zeichen für eine große Artenvielfalt in der
Wahner Heide. Die Hauptveranstaltung des GEO-Tags der Artenvielfalt
fand an diesem Wochenende im Naturraum Bergische Heideterrasse
zwischen der Ruhr im Norden und der Sieg im Süden statt. Zentraler
Treffpunkt war die Burg Wissem nahe der Wahner Heide. Familien mit
Kindern, Vereine und interessierte Naturliebhaber - jeder war
eingeladen, am vielfältigen Programm des GEO-Tags teilzunehmen. Mit
den "Heidekids" schwärmten Kindergruppen in das Untersuchungsgebiet
und nahmen am GEOlino "Naturkrimi"-Wettbewerb teil.

Zoologen und Botaniker führten eine 24-Stunden-Naturinventur durch
und erfassten die im Untersuchungsgebiet lebenden Tiere und Pflanzen.
Die Entdeckung zweier neuer Orchideen-Arten für das Gebiet sorgte für
eine Überraschung: Die Honigorchis (Herminium monorchis), auch
Feenstendel genannt, galt in der Region als ausgestorben und ist auf
der Roten Liste Nordrhein-Westfalen als stark gefährdet eingestuft.
Das Torf-Glanzkraut (Liparis loeselii), das ebenfalls in der Region
als ausgestorben galt, konnte wieder nachgewiesen werden. Ein
weiterer Neufund für die Wahner Heide ist die Süßwasserqualle
(Craspedacusta sowerbii). Der 13-jährige Forscher Stefan Kemmerich
aus Lindlar - Sieger des Landeswettbewerbs "Schüler experimentieren"
Nordrhein-Westfalen - entdeckte das Tier. Der Fund der Ameisenart
Tapinoma subboreale, die auf der Roten Liste NRW als stark gefährdet


eingestuft ist, erfreute die Experten.

Eine Gruppe der Hochschule Anhalt konnte das Kleine
Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia) mit Raupen in verschiedenen
Entwicklungsstadien nachweisen. Diese Art steht auf der Vorwarnliste
des Landes Nordrhein-Westfalen und war der Schmetterling des Jahres
2012. Pflanzenexperten fanden den Rundblättrigen Sonnentau (Drosera
rotundifolia), ein Beispiel für mehrere Arten fleischfressender
Pflanzen, die es in der Wahner Heide gibt.

Auf der Abschlussveranstaltung, moderiert von Ralph Caspers
("Wissen macht Ah!") zogen GEO und BUND NRW e. V. am Sonntag im
Beisein von Horst Becker, parlamentarischer Staatssekretär im
Landesumweltministerium, eine positive Bilanz des GEO-Tags.

"Veranstaltungen wie der GEO-Tag sind wichtig, um auf den
anhaltenden Schwund der Artenvielfalt aufmerksam zu machen und auch
vor einer breiten Öffentlichkeit für die dringend notwendige
Beseitigung seiner Ursachen zu werben. Wir müssen das 'wilde NRW'
bewahren", sagte Horst Becker. Mit dem neuen Landesnaturschutzgesetz
bemühe sich die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen derzeit darum,
einen großen Schritt hin zur Trendwende zu machen.

"Nur was wir kennen, können wir auch schützen", sagte Holger
Sticht, Vorsitzender des BUND NRW und des Bündnis Heideterrasse.
Daher diene der GEO-Tag auch dazu, für Artenkenntnis zu werben und
Interesse auch für nicht so populäre Artengruppen wie Tausendfüßer
oder Wanzen zu wecken.

Der diesjährige 18. GEO-Tag der Artenvielfalt stand unter dem
Motto "Biotopverbund". "Die Wiedervernetzung von Lebensräumen und der
Erhalt von Freiraumkorridoren zwischen Schutzgebieten ist eine der
dringlichsten Aufgaben, wenn wir den Schwund der biologischen
Vielfalt aufhalten wollen", sagte Christoph Kucklick, Chefredakteur
von GEO. Im Naturraum Bergische Heideterrasse sei trotz der Lage am
Ballungsraum bereits Vieles auf den Weg gebracht worden. "Ab 2017
heißt unser Aktionstag GEO-Tag der Natur - wir wollen künftig noch
mehr Menschen erreichen und zum Mitmachen animieren", so Kucklick.

Der GEO-Tag ist die größte Feldforschungsaktion in Europa und soll
das Bewusstsein für die Bedeutung der Biodiversität schärfen. Neben
der Hauptaktion gab es deutschlandweit rund 500 weitere
Veranstaltungen. Hauptförderer des GEO-Tags der Artenvielfalt ist die
KfW Stiftung.

Weitere Informationen über den GEO-Tag auf der Bergischen
Heideterrasse und zum Thema Artenvielfalt unter:
www.bund-nrw.de/geotag2016 und www.geo-tagdernatur.de.

Fotos zur freien Verwendung im Zusammenhang mit dieser
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Pressekontakt:
Christine Haller
GEO Kommunikation
Telefon +49 (0) 40 / 37 03 - 7288
E-Mail haller.christine@guj.de
Internet www.geo-tagdernatur.de

Dirk Jansen
Geschäftsleiter BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen
Telefon +49 (0) 211 / 30 200 oder 0172 / 29 29 733
E-Mail dirk.jansen@bund.net
Internet www.bund-nrw.de

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