Lausitzer Rundschau: Was damals Unrecht war - Justizminister Maas will die "175er"" entschädigen
ID: 1375727
man sagte: "ein 175er". Und man hat die Betroffenen dann aufgrund des
entsprechenden Paragrafen wegen "Unzucht" in Gefängnisse gesteckt,
die man oft noch "Zuchthaus" nannte. Mit der Zucht hatte man es
damals überhaupt sehr. Jetzt wird nach und nach aufgeräumt mit den
Spätfolgen dieser geistig dunklen Zeit. Für die Erziehungsmarter, die
Kinder, Jugendliche und Behinderte in den Heimen der Kirchen erlitten
haben, werden bereits Entschädigungen gezahlt. Und nun muss sich auch
der Staat seiner Verantwortung für seinen Teil des Fehlverhaltens
stellen. Die Verurteilungen wegen Homosexualität waren nichts anderes
als eine schwere Menschenrechtsverletzung, nebenbei auch eine
Grundgesetzverletzung. Und das nicht nur aus heutiger Sicht. Schon
damals galt das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit,
und dazu gehört eben auch die Freiheit der eigenen Sexualität. Die
sehr späte Initiative von Justizminister Heiko Maas, die Urteile
pauschal aufzuheben und die noch lebenden Betroffenen zu
entschädigen, wird womöglich noch Folgen in anderen Bereichen haben.
Etwa bei Opfern des Paragrafen 218, Abtreibung. Man kann die
Betroffenen nur ermuntern. Was damals Recht war, kann heute, anders
als einst Baden-Württembergs Ministerpräsident Hans Filbinger dachte,
sehr wohl Unrecht sein. Das gilt nicht nur für die von ihm als
Militärrichter verhängten Todesurteile in der Nazizeit, das gilt eben
immer. Auch für Gefängnisstrafen wegen Liebe. Es gibt kein Recht auf
Menschenrechtsverletzungen, nicht aus einem Zeitgeist heraus, nicht
für Staaten und auch nicht für Demokratien.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 01.07.2016 - 20:07 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1375727
Anzahl Zeichen: 1965
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Cottbus
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 464 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Was damals Unrecht war - Justizminister Maas will die "175er"" entschädigen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die
Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet
Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü
Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau
Neue Westfälische (Bielefeld): Parlamentarischer Untersuchungsausschuss NRW Ordnungsruf für den Landtag Thomas Seim ...
Die Vorgänge in der Kölner Silvesternacht waren furchtbar. Eine Horde von kriminellen Männern nutzte die ausgelassene Stimmung der Menschen zum Jahreswechsel für Diebstahl und widerliche Übergriffe auf Frauen, bis hin zu sexueller Nötigung oder gar Vergewaltigung. Die Sicherheitskräfte vor
Schwäbische Zeitung: Richtig, aber ärgerlich - Leitartikel zu Österreich ...
Die Richter konnten gar nicht anders. Die Entscheidung, das Ergebnis der Präsidenten-Stichwahl in Österreich zu kippen, ist richtig. Mag ja sein, dass es keine ernst zu nehmenden Versuche gab, das Ergebnis zu fälschen. Aber auch Unregelmäßigkeiten und Schludrigkeiten, die es im Zweifelsfall
Südwest Presse: Leitartikel: NSU-Prozess ...
Die wöchentliche Terminübersicht zum Münchner NSU-Prozess gibt einen guten Eindruck davon, in welchem Zustand sich dieses Mega-Verfahren gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer der Rechtsterroristen momentan befindet. Mal wird ein Verhandlungstag ganz abgesagt, mal wird ein einziger Z
Mitteldeutsche Zeitung: zu Unfall im selbstfahrenden Auto ...
Es sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die von Menschen gesteuerten Autos die viel gefährlichere Technologie sind. Der Tesla-Unfall zeigt, wie wichtig es ist, so schnell wie möglich zu komplett autonom fahrenden Autos zu gelangen. Um dahin zu gelangen, gibt es zwei Wege: Man versucht so




