Antibiotika bei unkomplizierten Blasenentzündungen rational einsetzen / Pflanzliche Senföle wirken antibakteriell und lindern den Entzündungsprozess
ID: 1376416
Patientinnen aus 42 Hausarztpraxen hat gezeigt, dass zwei Drittel der
Frauen mit unkomplizierten Harnwegsinfekten ohne Antibiotika und nur
mit Schmerzmitteln wieder gesund wurden[1]. Mit der Studie wollten
die Wissenschaftler zu einem rationalen Einsatz von Antibiotika
aufrufen, um der zunehmenden Ausbreitung von Bakterienresistenzen
entgegenzuwirken. Die Ergebnisse zeigen jedoch auch, dass bei über 30
Prozent der Patientinnen in der Schmerzmittel-Gruppe innerhalb von 28
Tagen ein Antibiotikum gegeben werden musste, da sich die Symptome
nicht besserten beziehungsweise sich verschlechterten. Zudem traten
in dieser Untersuchungsgruppe Nierenbeckenentzündungen häufiger auf.
Eine alleinige symptomatisch schmerzlindernde Therapie von
Blasenentzündungen ist demnach auch nicht zielführend. Daher bietet
sich hier der sinnvolle Einsatz von pflanzlichen Arzneimitteln an,
die die Bakterien bekämpfen und eine entzündungshemmende Wirkung
haben. "Eine solche zweifache Wirkung konnte zum Beispiel für die
Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich nachgewiesen werden",
erklärt die Urologin Dr. Julia Bäumer, Hamburg.
Senföle sind charakteristische Inhaltsstoffe von Pflanzen aus der
Familie der Kreuzblüten- und Kapuzinerkressengewächse. Die
Pflanzenstoffe werden unter anderem über die Nieren ausgeschieden und
liegen somit in der Blase in aktiver Form vor. Studien belegen, dass
zum Beispiel die Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich bereits
in einer geringen Dosierung gegen eine Vielzahl von
Krankheitserregern - darunter die häufigsten Erreger von
Harnwegsinfektionen - wirksam sind[2-5] und entzündungshemmend
wirken[6].
Wiederkehrende Blasenentzündungen mindern die Lebensqualität
Etwa ein Fünftel aller Blasenentzündungen kehrt trotz erfolgter
Behandlung immer wieder. Dies kann die Lebensqualität der Betroffenen
stark beeinträchtigen. Um den Teufelskreis zu durchbrechen, wird
häufig vorbeugend eine Antibiotikatherapie über mehrere Monate
durchgeführt. Eine solche Therapie schädigt aber auch die nützlichen
Darmbakterien und schwächt damit unser Immunsystem. "Wegen der damit
verbundenen Nebenwirkungen, wie Scheiden- oder Darmpilzen und
Durchfällen, fragen viele Patienten nach nebenwirkungsärmeren
Behandlungsalternativen", erklärt die Urologin.
Es wird vermutet, dass Rückfälle durch ein Eindringen der
Krankheitserreger in die Zellen der Blaseninnenwand hervorgerufen
werden. Dort sind die Erreger für chemisch-synthetische Antibiotika
nicht mehr erreichbar, was wiederkehrende Entzündungen begünstigen
könnte. Eine aktuelle Untersuchung des Mikrobiologen Professor Uwe
Frank, Freiburg, hat gezeigt, dass die Senföle das Eindringen von
E.coli-Bakterien, dem Hauptauslöser von Blasenentzündungen, in die
Zellen der Blaseninnenwand hemmen[7]. Das spricht für den Einsatz der
Senföle bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen und liefert eine
mögliche Erklärung für die Ergebnisse einer klinischen Studie[8], die
gezeigt hat, dass die Einnahme von Senfölen die Rückfallquote bei
wiederkehrenden Harnwegsinfektionen senkt. Aufgrund der vielfältigen
Wirkmechanismen der Pflanzenstoffe ist eine Resistenzentwicklung der
Bakterien gegen die Senföle nicht zu erwarten.
Literatur:
Die Quellen 1-8 können auf Wunsch unter folgendem Pressekontakt
angefordert werden:
Pressekontakt:
CGC Cramer Gesundheits-Consulting GmbH
Frank Etzel
T: 06196 / 77 66 - 113
etzel@cgc-pr.com
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Datum: 05.07.2016 - 10:00 Uhr
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