Schwäbische Zeitung: Zweierlei Maß - Kommentar zu Rüstungsgeschäften
ID: 1377321
Waffen und der Handel mit ihnen moralisch verwerflich ist, muss
offenbleiben. Sicher ist aber, dass es einen Unterschied macht, ob
Atomwaffen verkauft werden oder Gewehre. Und als sicher darf auch
angenommen werden, dass der Verkauf an einen NATO-Partner anders zu
bewerten ist als die Waffenlieferung in Krisenregionen - oder an
totalitäre Regime.
Langer Vorrede kurzer Sinn: Deutsche Panzer für Katar und
Patrouillenboote für Saudi-Arabien fallen in die Kategorie anrüchiges
Geschäft. So sehen es auch in seltener Einigkeit Grüne und Linke
sowie die beiden großen Kirchen. Das saudische Regime unterstützt
seit Jahren den globalen islamistischen Extremismus und Terror, das
katarische ist nicht viel besser. Beide Länder sind Akteure im
Kriegsgebiet Nahost und Nordafrika, die Saudis rüsten gegen den
Erzfeind Iran. Es war eine sehr schlechte Entscheidung, Waffenexporte
in diese Länder zu genehmigen.
Der Bundeswirtschaftsminister duckt sich quasi weg. Sigmar Gabriel
schiebt die Verantwortung auf die schwarz-gelbe Vorgängerregierung.
Sehr überzeugend wirkt das nicht. Es ist schwer zu vermitteln, dass
der Kriegstreiber Putin für seinen Bruch des Völkerrechts zu Recht
mit Sanktionen bestraft wird, andererseits aber Regime, die nicht
einmal Mindeststandards an Menschenrechten einhalten, mit Waffen
beliefert werden. Es geht jeweils um Geschäfte, aber gemessen wird
mit zweierlei Maß.
Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 06.07.2016 - 21:35 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1377321
Anzahl Zeichen: 1781
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ravensburg
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 381 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Zweierlei Maß - Kommentar zu Rüstungsgeschäften"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung
Rheinische Post: Kommentar / Die AfD bleibt sich treu = Von Gregor Mayntz ...
Eine interessante Arbeitsteilung lässt sich derzeit in der Politik beobachten: Die Koalition biegt bei der Integration auf die Zielgerade, ihr Gegner von der AfD bei der Intrige. Dem lange schon sich abzeichnenden Show-down zwischen den Parteichefs Jörg Meuthen und Frauke Petry fiel mit der Au
Rheinische Post: Kommentar / Arme Alleinerziehende = Von Eva Quadbeck ...
Dass beinahe die Hälfte aller Alleinerziehenden als armutsgefährdet gilt, ist eine alarmierende Bilanz. Diese Mütter und Väter müssen ihre Kinder täglich ermahnen, was sie sich nicht leisten können: Schwimmbad, Kino, Geschenke für die Geburtstagseinladung, Musikschule und Nachhilfe. Auf D
Rheinische Post: Kommentar / Verkehrskollaps mit Ansage = Von Martin Kessler ...
Das Trauerspiel um die Autobahnbrücke A 1 bei Leverkusen ist symptomatisch für den Zustand der Verkehrsplanung, nicht zuletzt für die Politik insgesamt. Es fängt damit an, dass Bund und Land der Infrastruktur über Jahrzehnte kaum Beachtung schenkten. Marode Straßen und Brücken zu sanieren,
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu dem Thema Alleinerziehende ...
Nicht nur Ex-Partner lassen viele Alleinerziehende im Regen stehen, der Staat tut es auch. Wenn laut Bertelsmann-Stiftung gerade mal ein Viertel aller Unterhaltsrückzahlungen von den Städten und Kommunen eingefordert werden, dann ist das auch ein Armutszeugnis für die Behörden. Bedenklich i




