"Markt" deckt auf: Landwirtschaft auf giftigen Bohrschlammgruben
ID: 1380671
belasteten Bohrschlammgruben Ackerbau und Weideflächen. Das haben
Recherchen des Verbraucher- und Wirtschaftsmagazins "Markt" im NDR
Fernsehen ergeben. Trotz Hinweisen aus der Bevölkerung wurden
mindestens zwei Flächen von der Aufsichtsbehörde nicht als
Verdachtsflächen gekennzeichnet. Ob Schadstoffe in die Nahrungskette
gelangten, ist nicht geklärt.
Bohrschlamm ist ein Abfallprodukt der Öl- und Gasindustrie.
"Markt" nahm auf zwei Flächen im Landkreis Wittmund, die zusammen ca.
zehn Hektar groß sind, Bodenproben und ließ sie im Labor untersuchen.
Die Laboranalyse zeigt, dass an beiden Flächen Bohrschlamm bis an die
Oberfläche reicht. Der Boden enthält dort krebserregende
Mineralölkohlenwasserstoffe. In dem einen Fall findet auf dem
Bohrschlamm Maisanbau statt, im zweiten Fall weiden Milchkühe auf
einer Bohrschlammfläche. Laut Umweltbundesamt können Kühe beim Weiden
bis zu zehn Prozent Erde aufnehmen. Dazu der niedersächsische
Umweltminister Stefan Wenzel: "Es ist natürlich eigentlich
selbstverständlich, dass auf Bohrschlammgruben kein Ackerbau oder
Milchviehwirtschaft betrieben werden sollte. Wenn man solche Flächen
hat, dann muss man auch dafür Sorge tragen, dass das hinterher nicht
in der Milch landet."
Professor Konstanstin Terytze von der Freien Universität Berlin,
Vorsitzender des Fachbeirates für Bodenuntersuchungen beim
Umweltbundesamt, warnt: "Bohrschlammflächen sollten über Jahre
beobachtet werden, um herauszufinden, ob die Schadstoffgehalte
abnehmen."
Das Landesbergamt erhielt bereits im Jahr 2014 von einem Anwohner
den Hinweis auf die beiden Bohrschlammflächen. Doch bis heute hat die
Aufsichtsbehörde die Flächen in der öffentlich einsehbaren Karte, in
die Bohrschlammverdachtsflächen eingetragen werden, nicht
gekennzeichnet. In der Zwischenzeit wurde das Maisfeld zwei Mal als
reine Ackerfläche weiterverkauft: zunächst an die niedersächsische
Landgesellschaft, Hauptgesellschafter ist das Land Niedersachsen,
später dann an einen Milchbauern in der Region. Man habe keinen
Hinweis auf Altlasten gehabt, so die niedersächsische
Landgesellschaft.
Der zuständige Landkreis Wittmund erklärt "Markt" gegenüber, dass
man den Hinweis des Anwohners über die Bohrschlammgruben erst im
Februar 2016 vom Landesbergamt erhalten habe und dem Ganzen daher
erst jetzt nachgehe. Das Landesbergamt antwortet "Markt", wegen
interner Prüfung habe es so lange gedauert, bis der zuständige
Landkreis informiert wurde.
Mehr zum Thema in der Sendung "Markt" am Montag, 18. Juli, um
20.15 Uhr im NDR Fernsehen und im Internet unter www.ndr.de/markt.
Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Ralf Pleßmann
Tel.: 040/4156-2333
http://www.ndr.de
https://twitter.com/ndr
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 18.07.2016 - 06:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1380671
Anzahl Zeichen: 3192
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hamburg
Kategorie:
Kommune
Diese Pressemitteilung wurde bisher 460 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
""Markt" deckt auf: Landwirtschaft auf giftigen Bohrschlammgruben"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
NDR Norddeutscher Rundfunk (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Riesige Bühnen, epische Schlammschlachten und eine einzigartige Festivalgemeinschaft: Das Wacken Open Air ist längst mehr als ein Musikfestival. Im neuen NDR Podcast „Wem gehört Wacken? Metal, Mythos, Millionen“ erzählt Journalistin Maja Bahtijarevi? ab dem 9. Juli 2026 in der ARD Audiothek
NDR VOR ORT: Mehr als 40 Formate aus Fernsehen, Radio und Internet live am Maschseeufer in Hannover erleben ...
Der NDR in Niedersachsen macht Radio, Fernsehen und Online-Formate zum Anfassen und Miterleben: Während des Maschseefests und der Finals-Sportmeisterschaften heißt es vom 22. Juli bis 09. August NDR VOR ORT in Hannover. Dafür entstehen direkt am Maschseeufer ein Gläsernes Studiozelt für Radio-S
Achim, wie hast du Menschen aus der DDR geschmuggelt? – 2. Staffel des erfolgreichen NDR Kultur Podcasts „Zeitkapsel“ startet ...
Achim Neumann ist 22, als in Berlin die Mauer gebaut wird. Er fühlt sich eingesperrt in der DDR – und erlebt er immer häufiger, wie heftig die Regierung Andersdenkende schikaniert. Noch im selben Jahr flieht aus der DDR. Um auch seine Freundin in den Westen zu holen, schließt er sich einer Grup
Weitere Mitteilungen von NDR Norddeutscher Rundfunk
Ohoven: Mittelstand wird notfalls gegen "Blaue Plakette" klagen - Keine weiteren Belastungen und Beschränkungen für Handwerk und Gewerbe ...
Zu Plänen für die Einführung einer "Blauen Plakette" erklärt Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW): "Die Befürworter einer Blauen Plakette begeben sich auf eine verkehrspolitische Geisterfahrt. Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in
Mario Czaja: "Starke Koalition ohne CDU nicht möglich" ...
Berlins Sozialsenator Mario Czaja hat sich optimistisch über die Chancen der CDU bei der Abgeordnetenhauswahl geäußert. Czaja sagte dem rbb am Freitag, schon in den vergangenen fünf Jahren habe die CDU viel Gutes für Berlin getan. "Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen BeschÃ
Köln/Freie Wähler: Torsten Ilg kritisiert schleppende Säuberung des Rheinufers und fordert freiwillige Einbindung von Flüchtlingen. ...
Torsten Ilg von den FREIEN WÄHLERN hat Verständnis für den Unmut von Thomas Kahlix von der „Rodenkirchener Bürgerinitiative Hochwasser“ geäußert, der in einem aktuellen Artikel des Kölner Stadtanzeigers den „jämmerlich dreckigen Zustand“ vieler Wege und Straßen entlang des Rheinufer
Öffentliche Hand nimmt beim Einkauf Arbeitsrechtsverletzungen in Produktionsländern in Kauf ...
Mit seiner Kampagne "Wertvoll Einkaufen - Deine Stadt Kann Fair" tourt das Eine Welt Netz NRW durch NRW, um Bürger*innen über die Herstellungsbedingungen von Produkten zu informieren, welche auch kommunale Verwaltungen mit ihren Steuergeldern einkaufen. Die Kampagne hat bisher in Köl




