NOZ: Pro Asyl befürchtet Fluchtbewegung aus Türkei
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Vize Mesovic: Deutschland wird für viele das Ziel sein
Osnabrück. Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl befürchtet wegen
der Säuberungswellen in der Türkei unter Präsident Recep Tayyip
Erdogan eine Fluchtbewegung aus dem Land. In einem Gespräch mit der
"Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch) sagte der stellvertretende Pro
Asyl-Geschäftsführer Bernd Mesovic: "Wenn die Lage sich weiter
verschlechtert und die Hexenjagd gegen jegliche Opposition in der
Türkei weitergeht, dann wird es eine Flüchtlingsbewegung Richtung
Europa geben." Dies könne ein Prozess sein, der auch erst in einigen
Monaten beginnen könnte. "Wann das sein wird, ist spekulativ. Solange
Menschen Hoffnung auf Veränderung haben, bleiben sie in ihrem Land",
sagte der Vize-Geschäftsführer von Pro Asyl.
Sollte Erdogan nach dem Putschversuch wirklich die Todesstrafe
wieder einführen, wäre dies ein weiteres Signal für eine Abkehr von
den Menschenrechten. Mesovic sagte: "Die Türkei ist schon jetzt kein
sicherer Herkunftsstaat und missachtet die Menschenrechte."
Mesovic rechnet damit, dass Deutschland aufgrund seiner großen
türkischen Gemeinde eines der Ziele sein könnte: "Hier gibt es ja
bereits eine türkische Gemeinde, die türkische Bürger anziehen wird."
Bislang steht die Türkei in der Statistik der Asylbewerber in
Deutschland auf Platz 19. Im ersten Quartal stellten 456 Türken
hierzulande einen Asylantrag.
Der Pro Asyl-Vize forderte zudem von der EU, das
Flüchtlingsabkommen mit der Türkei zu kündigen. Mesovic sagte: "Die
Türkei ist einfach kein verlässlicher Partner in Sachen
Menschenrechte. Die EU darf beim Flüchtlingsschutz nicht mit
Autokraten zusammenarbeiten."
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Datum: 20.07.2016 - 05:00 Uhr
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