HIV-Medikament zur Vorbeugung: Der Weg ist frei!
ID: 1382717
PrEP schnell verfügbar machen / Zusätzliche Schutzmöglichkeit für
Menschen mit hohem Risiko, kein Ersatz für Kondome
Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat heute die Zulassung
des HIV-Medikaments Truvada zur vorbeugenden Einnahme
(Pre-Expositionsprophylaxe, kurz: PrEP) für Menschen mit hohem
HIV-Risiko empfohlen. Die Zulassung durch die EU-Kommission ist damit
Formsache und erfolgt voraussichtlich im Spätsommer.
Dazu erklärt Silke Klumb, Geschäftsführerin der Deutschen
AIDS-Hilfe:
"Die Deutsche AIDS-Hilfe begrüßt die Entscheidung der EMA. Sie
bildet die Grundlage dafür, dass die PrEP auch in Deutschland
verfügbar gemacht werden kann. Jetzt geht es darum zu klären, wie die
PrEP finanziert werden kann. Wir müssen sie den Menschen zugänglich
machen, die sie brauchen, um sich vor HIV zu schützen."
PrEP ergänzt bewährte Schutzmöglichkeiten
Die PrEP verhindert HIV-Infektionen zuverlässig. Sie wird in immer
mehr Ländern Menschen mit hohem HIV-Risiko zur Verfügung gestellt.
Die HIV-Prophylaxe ersetzt andere Schutzmöglichkeiten nicht, sondern
bietet eine zusätzliche Option für Menschen, denen der Schutz mit
Kondomen nicht immer gelingt. Sie schützt allerdings nicht vor
anderen Geschlechtskrankheiten. In Deutschland kommt die PrEP zurzeit
vor allem für schwule Männer mit einem hohen HIV-Risiko in Frage.
Gute Erfahrungen in anderen Ländern
Bei der Internationalen Aids-Konferenz in Durban haben mehrere
Länder von ihren Erfolgen mit der PrEP berichtet. Unter anderem
sanken die Infektionszahlen unter schwulen Männern in San Francisco
und in New South Wales (Australien). Thailand will sein PrEP-Programm
ausbauen, Südafrika hat gerade ein PrEP-Programm für Sexarbeiterinnen
auf den Weg gebracht. Zugelassen ist die PrEP in den USA, Frankreich,
Südafrika, Israel, Australien, Kanada und Kenia.
"Wir hoffen, dass die PrEP auch in Deutschland bald zur Verfügung
steht. Sie ist eine Möglichkeit mehr, HIV-Infektionen zu verhindern -
die müssen wir nutzen!", sagt Silke Klumb.
Pressekontakt:
Deutsche AIDS-Hilfe
Holger Wicht
Pressesprecher
Tel. +49 171 274 95 11
(zurzeit nur mobil erreichbar)
holger.wicht@dah.aidshilfe.de
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Datum: 22.07.2016 - 14:30 Uhr
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Durban
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
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