Schwäbische Zeitung: Endlich mit Assad reden - Leitartikel zu Syrien
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eingeschlossen sein, humanitäre Organisationen fordern ein Ende der
Kampfhandlungen. Die zweitgrößte Stadt Syriens, eines der
kulturhistorischen und wirtschaftlichen Zentren des Landes, berühmt
für seine Gelehrten, für seinen Markt unterhalb der berühmten
Zitadelle, ist zum Sinnbild geworden für einen Krieg, der immer
weitergeht, weil zu viele an ihm Gewinn machen.
Es profitieren ein halbes Dutzend Rebellengruppen, die entweder
mit dem Terrornetzwerk al-Kaida verbandelt sind oder aber mit dem
Islamischen Staat. Andere wiederum begaben sich vor fünf Jahren in
einen Krieg gegen den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und
entdecken nun, dass Krieg auch ein Geschäft ist: mit Schutzgeldern,
mit Schmuggel, mit Waffenverkäufen. Ihre Kommandanten, die Warlords,
sind oft genug selbst ernannte Herrscher ohne Programm, außer dem,
Profit zu machen. Auf der anderen Seite sind es Offiziere der
Assad-Armee, die versuchen, aus der Lage für sich ebenfalls das Beste
zu machen: mit Schutzgeldern, mit Schmuggel, mit Waffenverkäufen.
Dazwischen sind die Aleppiner. Auch wenn meist über den Hunger und
Schrecken in von den Rebellen gehaltenen Stadtteilen berichtet wird,
geht es jenen in den von Assads Truppen verteidigten Quartieren, wo
die verbleibenden Christen leben, nicht viel besser. Es gibt in
diesem syrischen Krieg, dessen Sinnbild Aleppo geworden ist, keine
klaren Linien, die Gut von Böse und Noblesse von Niedertracht
trennen.
Die schöne, alte Stadt ist Symbol für die Einheit Syriens als
Staat. In Aleppo manifestiert das Regime seinen Machtanspruch, die
Rebellen würden von hier aus ihr Kalifat regieren. Wer dieses Syrien
als Staat erhalten will, muss Präsident Assad einbinden, ebenso wie
seine Unterstützer aus Russland und Iran. Niemand muss den Diktator
als Heilsbringer bejubeln. Aber der Fall Aleppos an eine Allianz aus
Rebellen, Terroristen und Geschäftemachern würde Syrien zu einem
zweiten Somalia machen.
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Datum: 07.08.2016 - 18:22 Uhr
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