Studie 2016: Digitalisierung macht Banken zu Scrum-Fans
ID: 1388021
IT-Entwicklungsprojekte in den vergangenen drei Jahren von klassisch
auf agil umgestellt. Mit dazu bei trägt der wachsende Druck, unter
dem die Geschäftsmodelle der Institute stehen. Digitalisierung und
Regulierung machen die Durchführung von Projekten komplexer und
weniger vorhersehbar. Klassische Wasserfallansätze sind deshalb nicht
mehr immer erste Wahl bei den Projektmanagern. Das sind Ergebnisse
der Studie "Agile Methoden" der PPI AG.
Auf die IT-Abteilungen der Banken prasselt derzeit eine Masse
digitaler Projekte ein. Beratung via Co-Browsing, Kontoeröffnung mit
Smartphone und Video-Identifizierung sowie Online-Bezahlverfahren wie
Paydirekt sind nur drei Beispiele von vielen. Die IT-Architektur der
Banken muss dafür auf Mobile IT als auch auf Web-Plattformen
umgerüstet werden. Kunden und Bankberater sollen zudem über alle
Kanäle zuverlässig auf Services zugreifen können. "Die Kunden
erwarten neue Dienste in Internetgeschwindigkeit, sprich: im Monats-
oder Wochentakt. Das, plus die Vernetzung der Kanäle, macht die
IT-Entwicklung erheblich komplexer", sagt Studienleiter Björn Balfanz
von PPI. "Die Projektbeteiligten müssen mit mehr Unsicherheiten
zurechtkommen. Anforderungen können sich mehrmals ändern. Die
Entwickler müssen darauf im laufenden Betrieb reagieren", so Balfanz.
Die Flut regulatorischer Anforderungen leistet ebenfalls einen
Beitrag, dass Banken beim Organisieren von IT-Projekten agiler werden
müssen. Last-Minute-Änderungen sind bei regulatorischen Vorgaben
keine Seltenheit. Inhalte regulatorischer Vorschriften stehen nicht
von Vornherein fest. Banken als Betroffene erhalten häufig die
Gelegenheit, die Entwürfe zu kommentieren und im laufenden Verfahren
Anpassungen durchzusetzen. "Klassische Projektvorgehensmodelle stoßen
hier an ihre Grenzen", sagt Björn Balfanz.
Digitalisierung und Regulierung führen zu einem Umdenken in der
Projektorganisation bei den Banken. 37 Prozent der befragten Banken
organisieren IT-Entwicklungsprojekte mittlerweile nach Scrum. 29
Prozent setzen auf Kanban. Beide Ansätze sorgen dafür, dass sich
Softwarebestandteile auch zwischenzeitlich noch verändern lassen.
Eine einsatzfähige Grundversion steht damit bereits nach Wochen zur
Verfügung, nicht nach Monaten.
Die Banken läuten mit der Einführung agiler Methoden einen
kulturellen Wandel ein. Ansätze wie Scrum und Kanban bringen ihre
eigenen Herausforderungen mit sich. Sie verlangen beispielsweise sich
selbst organisierende Teams ohne klassische Führungskraft. Banken
haben dagegen normalerweise hierarchische Strukturen. "Zu lernen, wie
agil gesteuerte Projekte ablaufen, sollten Banken nicht unterschätzen
und sich Zeit nehmen", sagt Björn Balfanz von PPI. Viele Institute
haben diesen Kulturschwenk noch vor sich oder befinden sich
mittendrin: 37 Prozent der befragten Entscheider schätzen ihre
Projektteams als Scrum-Experten ein, 49 Prozent haben die erste
Qualifizierungsoffensive hinter sich. Lediglich elf Prozent stehen
gerade am Anfang, ihre Entwickler in agilen Methoden zu schulen.
Informationen zur Studie
Die Studie "Agile Methoden in Banken und Versicherungen" der PPI
AG untersucht, wie häufig und mit welchem Erfolg Banken und
Versicherungen agile Methoden in IT-Entwicklungsprojekten einsetzen.
Dazu befragte das IMR Institute for Marketing Research GmbH im
Februar 2016 IT-Experten und -entscheider aus 35 Kreditinstituten und
30 Versicherungen. Die Teilnehmer wurden telefonisch im Rahmen einer
CATI-Befragung (Computer Assisted Telephone Interview) befragt.
PPI Aktiengesellschaft
Die PPI Aktiengesellschaft ist seit 30 Jahren an den Standorten
Hamburg, Kiel, Frankfurt, Düsseldorf, München, Paris und Zürich
erfolgreich für die Finanzbranche tätig. 2015 erwirtschaftete das
Unternehmen mit seinen 415 Mitarbeitern 54,3 Millionen Euro Umsatz in
den drei Geschäftsfeldern Consulting, Software-Entwicklung und
Software-Produkte. Im Electronic Banking liegt der Schwerpunkt auf
sicheren und wirtschaftlichen Standardprodukten für die Kommunikation
zwischen Firmenkunden beziehungsweise Privatkunden und ihrer Bank.
Für EBICS-Produkte ist die PPI AG Marktführer in Deutschland. In der
Software-Entwicklung stellt PPI durch professionelle und verlässliche
Vorgehensweise eine hohe Qualität der Ergebnisse und absolute Termin-
und Budgettreue sicher. Das Consulting-Angebot erstreckt sich von der
strategischen über die bank- und versicherungsfachliche bis zur
IT-Beratung.
Pressekontakt:
Jörg Forthmann
Faktenkontor GmbH
Tel: +49 (0)40 253 185-111
Fax: +49 (0)40 253 185-311
E-Mail: Joerg.Forthmann@faktenkontor.de
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Datum: 10.08.2016 - 09:30 Uhr
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