Rio 2016: Sporthilfe-Bilanz
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für Medaillengewinner und Platzierte / Ilgner: "Gesamt-Förderung der
deutschen Athletinnen und Athleten deutlich zu gering"
Die Prämien der Deutschen Sporthilfe für Erfolge bei den
Olympischen Spielen in Rio haben vor dem Schlusswochenende eine
Gesamtsumme von 1,17 Millionen Euro erreicht, die für die Gewinner
von Gold, Silber oder Bronze sowie für die Platzierten bis Rang acht
ausgezahlt werden. Unter Berücksichtigung der noch ausstehenden
Finalkämpfe und bereits durchgeführten Vorkämpfe bzw. Qualifikationen
wird sich die Gesamtsumme zwischen 1,25 und 1,3 Millionen Euro
bewegen. Nach London 2012 und nach Peking 2008 wurden an
Gesamtprämien für die Plätze eins bis acht je 1,3 Millionen Euro
ausgeschüttet.
"Unser System, das zeigt auch die Medaillenverteilung in Rio auf
schon sechzehn Sportarten, zeichnet sich nach wie vor durch Vielfalt
aus. Der aktuelle internationale Vergleich in Rio und viele Gespräche
und Diskussionen rund um die Spiele haben einmal mehr eindrucksvoll
verdeutlicht, dass gemessen daran die Gesamt-Förderung der deutschen
Athletinnen und Athleten deutlich zu gering ist. Wir sind aber
zuversichtlich, die gesamte Förderleistung von gegenwärtig etwa 13,5
Millionen Euro im Jahr weiter ausbauen zu können - wenn es uns und
allen Partnern gelingt, den gesellschaftlichen Wert des Spitzensports
wieder deutlicher zu machen und wenn wir im Kampf für einen sauberen
Sport auf absolut allen Ebenen nie nachlassen", sagt Dr. Michael
Ilgner, der Vorsitzende des Vorstands der Sporthilfe.
"Viele deutsche Teilnehmer haben sich in Rio Anerkennung verdient
für Leistungen auch außerhalb der Medaillenränge, die ebenso viel
wert sind. Ich glaube, dass dies in der deutschen Öffentlichkeit
angenommen wird, auch wenn es eine Aufgabe bleibt, die Wahrnehmung
sportlicher Höchstleistungen nicht nur auf Medaillen zu reduzieren.
Wir dürfen uns mit mehr Olympiasiegern freuen als vor vier Jahren.
Die vielen großartigen Erfolge, insbesondere in ihrer Breite, sind
umso höher zu bewerten, als dass in Deutschland im internationalen
Vergleich dringend zusätzliche Fördermittel benötigt werden, sowohl
aus der öffentlichen Hand als auch aus der Wirtschaft. Nationen mit
ähnlicher Struktur, die im unmittelbaren Wettbewerb zu deutschen
Athleten stehen, haben - oft im Zusammenhang mit Olympiabewerbungen
oder Olympischen Spielen - in den letzten Jahren massive
Anstrengungen unternommen, wohingegen in Deutschland seit Jahrzehnten
von der Substanz gelebt wird. Das betrifft nicht nur die direkte
Athletenförderung, auch Trainer- und Strukturfinanzierungen sind
reformbedürftig und stehen zu Recht im Fokus des
Restrukturierungsprojekts von DOSB und BMI."
Im Einzelnen werden Rio-Medaillengewinner wie folgt prämiert: Gold
20.000 Euro, Silber 15.000 Euro, Bronze 10.000 Euro (für London noch
15.000, 10.000 und 7500 Euro). Die weitere olympische
Prämienstaffelung: Platz vier 5000 Euro, Platz fünf 4000 Euro, Platz
sechs 3000 Euro, Platz sieben 2000 Euro, Platz acht 1500 Euro.
Honoriert wird jeweils der größte Erfolg eines geförderten Starters,
um Athleten unabhängig vom Wettkampfformat vergleichbare
Unterstützung für ihre sportliche und berufliche Karriere zu
ermöglichen. Prämien für Mannschafts- und Spielsportarten sowie
Staffel-Erfolge orientieren sich an der Aufteilung, werden jedoch
gesondert durch den Gutachterausschuss der Deutschen Sporthilfe
festgelegt. Die Prämien werden dann über zwölf Monate in Kooperation
mit dem DOSB ausgezahlt, der die Sporthilfe-Prämien durch Zuschüsse
aus seiner nationalen und internationalen Olympiavermarktung
ermöglicht.
Michael Ilgner weiter: "Bei unserer Förderung geht es um
langfristige, verlässliche Unterstützung besonders bei der Verbindung
von Sport und Ausbildung oder Beruf. Das ist, ich wiederhole mich
immer wieder gerne, aus unserer Sicht langfristig ein entscheidender
Beitrag für den echten Sport und gegen Verfehlungen. Für diesen Weg
haben wir schon viele sehr engagierte Wirtschaftspartner und auch das
Bundesinnenministerium gewinnen können. In die zu erwartende und auch
notwendige öffentliche Diskussion um die Förderung des Spitzensports
in Deutschland können wir durchaus auch mit Zuversicht gehen: Jüngst
hat eine Studie der Sporthochschule Köln belegt, dass das Interesse
an Spitzensport in Deutschland in den vergangenen vier Jahren
gestiegen ist: von 57,1 auf 60,1 Prozent. Und 65 Prozent der
Deutschen würden es begrüßen, wenn in Deutschland eines Tages wieder
Olympische Spiele ausgerichtet würden. Es ist das Verdienst vieler
vorbildlicher deutscher Athleten, dass wir, trotz aller weltweiten
Exzesse und Verfehlungen von Sportlern und Sportfunktionären, noch
solch eine positive Grundstimmung haben."
92 Prozent der deutschen Olympiastarter 2016 in Rio de Janeiro
sind im Laufe ihrer Karriere von der Deutschen Sporthilfe gefördert
worden oder werden bis heute unterstützt. Nur wenige Athleten wurden
nie durch die Deutsche Sporthilfe gefördert, darunter die Tennis- und
Golfspieler sowie das Fußball-Team der Männer.
Pressekontakt:
Stiftung Deutsche Sporthilfe
Jörg Hahn
Otto Fleck-Schneise 8
60528 Frankfurt am Main
Tel: 069-67803 - 500
Fax: 069-67803 - 599
E-Mail: joerg.hahn@sporthilfe.de
Internet: www.sporthilfe.de
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Datum: 19.08.2016 - 14:14 Uhr
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