NOZ: Tierschutzbund droht mit Ausstieg bei "Initiative Tierwohl"
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"Initiative Tierwohl"
Verbandspräsident Schröder warnt vor Verbraucherbetrug - Kritik an
Tierschutzkriterien
Osnabrück. Der Deutsche Tierschutzbund droht, die Mitarbeit in der
der sogenannten Initiative Tierwohl von Handel, Produzenten und
Landwirtschaft aufzukündigen und warnt vor Verbraucherbetrug. Im
Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch) sagte
Verbandspräsident Thomas Schröder: "Wir sind mit der Entwicklung der
Initiative unzufrieden."
Hintergrund des Ärgers ist die Frage, wie es in der kommenden
Vertragsperiode ab 2018 mit der Initiative weiter gehen soll, bei der
Hunderte Bauern für bessere Haltungsbedingungen im Stall Extrageld
vom Handel bekommen. Anforderungen an die Tierhalter werden derzeit
erarbeitet, sind nach Ansicht von Schröder aber "viel zu schwach".
Würden jene so umgesetzt, "dann kann man nicht von mehr Tierwohl
reden. Dann stehen wir vermutlich vor dem größten Verbraucher- und
Tierschutzbetrug, den es in Deutschland je gegeben hat." Nach
jetzigem Planungsstand orientiere sich die Initiative viel zu sehr an
gesetzlichen Mindeststandards und gehe kaum darüber hinaus. "Das ist
aus Tierschutzsicht nahezu unterirdisch", so Schröder.
Er wirft den Beteiligten unter anderem vor, allein die Zahl der
landwirtschaftlichen Betriebe im Blick zu haben, nicht aber die
eigentliche Frage des Tierwohls. "Die Beteiligten wollen möglichst
viele Schweine im System haben, da zählt nur Quantität, nicht
Qualität." Der Tierschutzbund gehört dem Beraterausschuss der
Initiative an.
Ende Juni war bekannt geworden, dass die 2015 gestartete
Initiative verlängert wird. Der Handel stellt für die Zeit ab 2018
insgesamt 100 Millionen Euro zur Verfügung. Die finanzielle
Ausstattung soll nach damaligen Angaben 4800 Schweinehaltern die
Teilnahme an der Initiative ermöglichen. Viele waren nach dem Start
zunächst auf der Warteliste gelandet, weil das Geld nicht ausreichte.
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Datum: 24.08.2016 - 05:00 Uhr
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