Darknet: Das virtuelle Hinterzimmer
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Unter anderem wird im Darknet mit illegalen Waren gehandelt
Das Tor-Netzwerk ist eine Alternative zum herkömmlichen Surfen im Internet. Es verspricht den Nutzern Anonymität. Rottinger führt aus: "Ein Tor-Nutzer verbindet sich beim Aufruf einer Seite nicht direkt mit dem Server. Er wird über mehrere Knoten innerhalb des Anonymisierung-Netzwerks an sein Ziel im regulären Internet geleitet." Hierdurch lässt sich für den Betreiber der Seite nicht oder nur sehr schwer nachvollziehen, welcher Verbraucher ursprünglich eine Verbindung mit der URL aufgebaut hat. Der Seitenbetreiber sieht nur, wer der Inhaber des letzten Knotenpunkts ist. Durch die Installation des Tor-Browsers haben die Nutzer die Möglichkeit, sogenannte Onion-Dienste (deutsch: Zwiebel-Dienste) zu besuchen. Diese enden, im Gegensatz zu gewöhnlichen Webadressen, nicht mit .de oder .com, sondern auf .onion. Die Onion-Seiten lassen sich ausschließlich nur mit dem Tor-Browser öffnen. Mit einem gewöhnlichen Webbrowser werden solche Seiten nicht angezeigt. Es gibt noch eine weitere Abgrenzung zu herkömmlichen Internetseiten: Die Onion-Seitenbetreiber sind anonym. "Es gibt aber auch einige Gemeinsamkeiten zwischen Onion-Diensten und herkömmlichen Webseiten. So gibt es auch im Onion-Web Suchmaschinen, mit denen die Anwender den vielfach als Darkweb benannten Teil des Webs durchsuchen können", so Rottinger.
Im Darknet werden auf Marktplätzen, ähnlich wie bei eBay oder anderen Kleinanzeigenportalen, illegale Waren wie Medikamente, Drogen, gefälschte Passpapiere und Kreditkartennummern gehandelt. Bezahlt wird häufig mit Bitcoin-Preisen - diese virtuelle Währung stellt die wichtigste Bezahlart im Darkweb dar. Verbraucher, die sich auf einen illegalen Handel einlassen, müssen davon ausgehen, dass sie erwischt werden. Denn damit die Ware ankommt, muss der Empfänger eine echte Adresse angeben. Zudem ist bekannt, dass sich stattliche Stellen das Darkweb zu Nutze machen, um an Informationen zu gelangen. "Neben den Community-Seiten gibt es auch kommerzielle Anbieter wie Facebook, die eine eigene Onion-Präsenz im Tor-Netzwerk aufgeschlagen haben. Denn Onion-Seiten richten sich auch an Nutzer, in deren Land der Zugang zu dem sozialen Netzwerk sonst nicht einfach möglich ist", sagt Rottinger abschließend.
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Datum: 29.08.2016 - 13:24 Uhr
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