Schwitzen – eine lebensnotwendige Funktion
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Ohne Schweiß geht es nicht – zumindest nicht in einem Fitnessstudio. Hier gilt: Ohne Schweiß keinen Preis! Denn wer trainiert, wird warm. Der Schweiß sorgt nun wie eine Klimaanlage für Verdunstungskälte, die den Körper vor Überhitzung schützt.
Aus den verschiedensten Gründen kann es vorkommen, dass wir mehr schwitzen als normalerweise. Zum Beispiel, wenn wir etwas Scharfes essen, ungewohnter Hitze ausgesetzt sind oder trainieren und uns dabei besonders anstrengen. Auch bestimmte Erkrankungen wie beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion oder neurologische Störungen können dazu führen, dass wir mehr schwitzen. Bei manchen Menschen fließt der Schweiß jedoch immer und ohne besonderen Grund in Strömen. Sie leiden an der idiopathischen, also grundlosen, Hyperhidrose.
Oft tritt diese vermehrte Schweißbildung in den Achseln auf. Deodorants und Perspirantien bringen meistens nur wenig Erfolg. Im Handel gibt es Pads, die man sich wie Binden unter die Achseln legen kann. Der Nachteil: Das Problem ist nicht behoben und die Pads sind unter heller Kleidung sichtbar. Als Hausmittel werden oft auch pflanzliche Mittel wie Salbeitee (mindestens 1 Liter täglich) oder Salbei-Dragees empfohlen.
Zur Behandlung einer Hyperhidrose gibt es Medikamente, die zur Gruppe der Anticholinergika gehören. Ihre Einnahme muss stets ärztlich kontrolliert werden, da es einige Gegenanzeigen und verschiedene Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten gibt. Gegen die medikamentöse Behandlung einer Hyperhidrose spricht auch, dass das Mittel lebenslänglich einzunehmen ist – mit allen Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen. Die meisten Hautärzte verschreiben daher ihren Patienten lieber eine 50%-ige Alsol-Lösung. Sie soll immerhin bei einem Viertel der Betroffenen wirken, aber es gibt sie nur auf Rezept.
Als sehr erfolgreich im Kampf gegen die Hyperhidrose sind Botox-Spritzen. Mit dem bekannten Nervengift Botolinumtoxin werden die Schweißdrüsen vorübergehend gelähmt. Das Gift wird direkt in die betroffenen Körperregionen gespritzt. Die Wirkung hält im Allgemeinen ein halbes Jahr an, dann muss nachgespritzt werden. Diese Behandlung kostet jedoch zwischen 700 und 1000 Euro und wird von den Kassen nicht übernommen.
Eine gängige Hyperhidrose-Behandlung sind Operationen, bei denen die überproduktiven Schweißdrüsen ausgeschabt oder abgesaugt werden. Doch beide Operationstechniken können zu einer Symptomverschiebung führen. Das heißt, die Patienten schwitzen danach an Stellen, an denen sie vorher nicht geschwitzt haben. Bei anderen Patienten übernehmen die verbliebenen Drüsen die Schweißproduktion so effektiv, dass dem Patienten nur wenig geholfen ist. Zudem führen beide Operationen oft zu hässlichen Narben.
Als sanfte Hilfe für alle, die zu viel schwitzen, hat sich ein Kosmetikum erwiesen, das von dem Karlsruher Hautarzt Professor Dr. Christian Raulin stammt. Er hatte sich bereits in den 80-iger Jahren während seiner Facharztweiterbildung an der Universitäts-Hautklinik Heidelberg mit dem Thema Schwitzen beschäftigt. Über Jahrzehnte hinweg entwickelte er eine Rezeptur, auf die 99 Prozent aller Betroffenen ansprechen sollen. Bestätigt wurde das Ende 2006, als Prof. Wolf-Ingo Worret von der Dermatologischen Klinik TU-München das Kosmetikum an 22 Patienten testete. Das beeindruckende Eergebnis: Sämtliche Patienten schwitzten nach der Anwendung deutlich weniger, 17 von ihnen wurden sogar „trocken“. In nur acht Fällen kam es zu einem leichten Brennen als Nebenwirkung, das von den Betroffenen jedoch als „tolerabel“ beschrieben wurde. Aufgrund dieses Erfolges wird das Kosmetikum unter dem Namen SWEAT-OFF im Handel angeboten und ist entweder in einem Deoroller oder auf Einmal-Pads erhältlich (www.sweat-off.de).
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Datum: 27.11.2009 - 11:02 Uhr
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