Knapp die Hälfte der Netzbetreiber erwirtschaftet Verluste

Knapp die Hälfte der Netzbetreiber erwirtschaftet Verluste

ID: 1410326

Center für kommunale Energiewirtschaft stellt zwei aktuelle Studien vor / Die Ergebnisse der Analyse übertrifft die schlimmsten Erwartungen




(PresseBox) - In vielen Kommunen laufen die Konzessionsverträge mit den Energieversorgern für die Strom- und Gasnetze aus und sind für 20 Jahre neu zu vergeben. Ist es sinnvoll ein eigenes Stadtwerk zu gründen?
Die Netzentgelte wurden in den letzten Jahren kräftig angehoben, in Ostdeutschland zum Teil auf 10 Cent pro kw/h. Die großen Energieversorger wollen stärker in den Netzbereich einsteigen und verlangen aus solidarischen Gründen bundesweit einheitliche Netzgebühren. Die Kosten der Netzbetriebe sind größtenteils Fixkosten. Selbstversorger mit eigenen Photovoltaikanlagen tragen für diesen Teil keine Netzgebühren, dadurch werden die restlichen Energiekunden stärker mit Netzgebühren belastet. Aus diesem Grunde erhöhen viele Stadtwerke den fixen ? vom Verbrauch unabhängigen ? Teil der Netzgebühren. Ein Energieexperte behauptet, dass die Verbraucher zu viel bezahlen. Er geht davon aus, dass hier jährlich mehrere hundert Millionen Euro zu viel gezahlt werden. Verdienen die Netzbetriebe so überdurchschnittlich?
Das Center für kommunale Energiewirtschaft am INeKO, einem Institut an der Universität zu Köln, hat in drei aktuellen Studien anhand der veröffentlichten Jahresabschlüsse und öffentlich zugänglicher Daten
1. Die Wirtschaftlichkeit von 560 Stadtwerke sowie
2. Die Wirtschaftlichkeit von 190 Netzgesellschaften untersucht.
Mit Jahresabschluss- und Netzdaten der größten Energieversorger in Deutschland hat das Center eine Datenbank aufgebaut. In der aktualisierten Studie wurden für 560 Energieversorger die Jahresabschlüsse 2009 bis 2014/15 erfasst. Dabei wurden auch die Sparten Strom und Gas separat erfasst. Auf Basis dieser Daten werden für die einzelnen Stadtwerke die wichtigsten Vermögens-, Kapital- und Erfolgskennzahlen ermittelt. Um die Ergebnisse bewerten zu können, werden sie anschließend mit den Kennzahlen der Stadtwerke der gleichen Größenordnung verglichen. Dabei zeigt sich, dass die Stadtwerke in der Lage sind, ähnliche Renditen zu erwirtschaften wie die privaten Energieversorgungsunternehmen. Allerdings sind die Wirtschaftlichkeitskennzahlen der 190 analysierten Netzbetreiber deutlich schlechter als die der Energieversorger und denen der gesamten deutschen Wirtschaft entsprechen: fast die Hälfte der Netzbetreiber erwirtschaftet Verluste.


Sind die Netzgebühren zu hoch oder führt die Energiepolitik der Bundesregierung trotz Wettbewerb zu diesen negativen Auswirkungen?
Interessant sind auch die Fragen:
Wie wirtschaftlich arbeiten die Netzgesellschaften? Welche Modelle werden realisiert? Werden die Netze gekauft oder gepachtet? Wird der Netzbetrieb selbst durchgeführt oder durch einen Dritten bzw. einen anderen Netzbetreiber realisiert? Sind die großen Netzgesellschaften erfolgreicher als die Kleinen? Besteht überhaupt ein wirtschaftliches Risiko für die Netzbetreiber?

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Datum: 10.10.2016 - 14:52 Uhr
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Energie & Umwelt



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