Istanbuls Großflughafen wirbt wegen Krise bei Turkish Airlines um ausländische Fluggesellschaften
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Airlines zur Auslastung
Berlin, 17. Oktober 2016 - Die Planer des noch im Bau befindlichen
Großflughafens in Istanbul treffen angesichts des herben
Wachstumsdämpfers bei Turkish Airlines Vorkehrungen, um andere
Fluggesellschaften als Kunden für das gigantische
Luftverkehrs-Drehkreuz zu gewinnen. "Wir machen Roadshows und
Marketing. Dies wird eine verlockende Infrastruktur, um auch andere
Airlines anzuziehen - auch mehr asiatische", sagte Yusuf Akcayoglu,
der für den Bau zuständige Chef der Flughafengesellschaft
International Grand Airport (IGA) gegenüber dem Wirtschaftsmagazin
'Capital' (Ausgabe 11/2016; EVT 20. Oktober 2016). Er gehe zwar davon
aus, dass Turkish Airlines der größte Kunde sein werde, aber der
Anteil von 75 Prozent der Kapazitäten, der bislang für die
halbstaatliche Fluggesellschaft vorgesehen sei, "ist nicht in Stein
gemeißelt".
Die IGA baut in Istanbul das größte derzeit geplante Terminal der
Welt. In der ersten Ausbaustufe ist es für 90 Millionen Passagiere im
Jahr ausgelegt. Die Eröffnung ist für Frühjahr 2018 geplant. Die
Kalkulationen für das 36 Milliarden Euro teure Projekt beruhen vor
allem auf den überdurchschnittlich hohen Wachstumsprognosen von
Turkish Airlines. Die Fluggesellschaft ist in den vergangenen Jahren
so schnell gewachsen wie kaum ein anderer Wettbewerber weltweit.
Politische und wirtschaftliche Unruhen ziehen sinkende Buchungszahlen
nach sich, die vielen neu gekauften Maschinen sind weniger gut
ausgelastet, im ersten Halbjahr ist erstmals seit langem wieder ein
hoher Verlust angefallen. Für das Gesamtjahr hat das Management die
Passagier- und Umsatzprognosen gestutzt, einige Strecken aus dem
Programm genommen und Flugzeug-Auslieferungen verschoben.
Das Schicksal von Turkish und IGA ist damit eng verwoben. Die
Expansion von Turkish habe das Milliardenprojekt angestoßen und erst
"bankable gemacht", bestätigte Bauherr Akcayoglu. Umgekehrt sei
Turkish auf den Kapazitätssprung angewiesen. Ohne größeres Drehkreuz
sei das Risiko groß zu schrumpfen: "Wenn es einmal stagniert, ist der
Abstieg vorgezeichnet." Biete man den Transfer-Passagieren nicht mehr
Komfort, "gehen die woanders hin. Keiner will auf dem Boden
schlafen".
Pressekontakt:
Jenny von Zepelin, Redaktion 'Capital',
Tel. 030/220 74-5114, E-Mail: zepelin.jenny@capital.de
oder
Marina Zapf, Redaktion 'Capital',
Tel. 030/220 74-5145, E-Mail: zapf.marina@capital.de
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Datum: 17.10.2016 - 13:30 Uhr
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