Schwäbische Zeitung: Kompromisse sind gefragt - Kommentar zur Russlandpolitik
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schrauben die westlichen Politiker ihre Erwartungen lieber herunter.
Der seit der Krim-Annexion weitgehend isolierten Atommacht eilt der
Ruf voraus, bei der Lösungssuche für große Krisen eine unkonstruktive
Rolle zu spielen. Im Kreml, so scheint es, gehört das Wort Kompromiss
nicht länger zum aktiven Sprachgebrauch.
Dies trifft besonders auf die russische Position im Syrien-Krieg
zu. Die diplomatischen Fronten zwischen Moskau und Washington sind
hier so verhärtet, die Pläne für die Zukunft des Landes so
gegensätzlich, dass eine baldige Einigung wohl unmöglich ist. Auch
ein freundlicher Empfang für Putin in Berlin wird da wenig bewirken.
Anders verhält es sich jedoch mit dem Ukraine-Problem.
Russland müsste hier an einem Ende des Streits brennend
interessiert sein. Die instabile Ostukraine ist kein Gewinn für
Putin, sondern eine Last, auch in finanzieller Hinsicht. Moskau
leidet unter den Sanktionen. Durch eine Anheizung des Konflikts würde
es mehr verlieren als gewinnen. Putin kann die Donbass-Rebellen aber
auch nicht sofort aufgeben, dazu hat er bereits zu viel in den Krieg
investiert. Es kommt also darauf an, Russlands Präsidenten an die
Bedeutung von Kompromissen zu erinnern - und eine Lösung zu finden,
die auch sein Gesicht wahrt.
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Datum: 19.10.2016 - 19:17 Uhr
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