Lausitzer Rundschau: Das falsche Symbol Zum Streit um Kinderehen

Lausitzer Rundschau: Das falsche Symbol

Zum Streit um Kinderehen

ID: 1420457
(ots) - Nach dem Burka-Verbot nehmen sich CSU und CDU im
Kampf um die Herzen der AfD-Wähler nun ein weiteres Symbolthema vor:
die Kinderehe. Und die SPD-Bundestagsfraktion macht aus
unerfindlichen Gründen munter mit. Mit politischen Symboldebatten ist
es so eine Sache. Sie widmen sich oft keinem echten, sondern nur
einem empfundenen Problem. Manchmal wird das Problem auch nur wegen
der losgetretenen Debatte überhaupt wahrgenommen. Fast immer wird
vereinfacht, so wie auch jetzt, wo einfach alles als Kinderehe
bezeichnet wird, was unter 18 Jahre alt ist. Die Lösung richtet dann
oft mehr Schaden als Nutzen an, weil sie außer dem Symbol auch noch
vieles andere trifft. So auch hier. Ganz abgesehen davon, dass die
Volljährigkeitsgrenze willkürlich gezogen ist - Mädchen wie Jungen
sind schon einige Jahre vorher geschlechtsreif und oft auch
verantwortungsbereit. Manche bekommen sogar schon Kinder. Das soll
selbst in den besten Familien vorkommen. Warum soll man einer
17-Jährigen in einer solchen Situation untersagen, ihren Partner zu
heiraten, egal ob der ebenfalls 17 ist oder 25? Würde das die
Betreffende nicht sogar schützen und ihr zum Beispiel einen
Unterhaltsanspruch geben? Um Zwangshochzeiten geht es gar nicht. Die
sind schon verboten. Gegen sie muss man seitens der Behörden aber
aufmerksamer als bisher vorgehen. Denn die Frauen, die in solchen
Gefängnissen mitten unter uns leben, können sich kaum selbst daraus
befreien. Bei echten Kinderehen, also mit Partnern, die nicht in die
Kategorie Jugendliche fallen, reicht eine rechtliche Klarstellung, um
auch die letzten Schlupflöcher dichtzumachen. Ein generelles
Eheverbot für alle Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren aber hieße,
das Kind mit dem Bade auszuschütten. Es würde vermutlich in
grundgesetzlich garantierte Persönlichkeits- und Freiheitsrechte
eingreifen. Und wenn es sich nur, wie offenbar überlegt wird, auf im


Ausland geschlossene Ehen erstrecken sollte, auch in die
verfassungsrechtlich gebotene Gleichbehandlung mit deutschen
Jugendlichen. Es wäre zudem eine Änderung ohne Not. Die bisherige
Regelung, die vor der geplanten Eheschließung mit einem oder unter
zwei Minderjährigen auf Antrag eine Prüfung und Genehmigung durch die
Familiengerichte vorsieht, genügt vollkommen der Anforderung, dass es
eine Kontrolle von außen geben muss, die die Mädchen vor jedem Zwang
schützt. Und darum kann es einzig doch nur gehen. Die geplante
Wiedereinführung des Verbots einer religiösen Voraustrauung ist
vernünftig, weil sie diesen Gesichtspunkt der Kontrolle verstärkt.
Die Notwendigkeit von CSU, CDU und Teilen der SPD, Themen zu finden,
an denen sich die klare Abgrenzung zum politischen Islam möglichst
einprägsam demonstrieren lässt, ist ein verständlicher, aber kein
hinreichender Grund, etwas Unvernünftiges zu beschließen. Jedenfalls
sollte es für Justizminister Heiko Maas, der den Gesetzentwurf
vorlegen muss, kein Grund sein.



Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de

Original-Content von: Lausitzer Rundschau, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Rheinische Post: Kommentar / 
Zügel für den Brexit 
= Von Matthias Beermann ARD-DeutschlandTrend: CETA bei den Deutschen beliebter als TTIP / Achtung: Redaktionelle Sperrfrist (22.45 Uhr) gilt auch für Online-Medien
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 03.11.2016 - 21:37 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1420457
Anzahl Zeichen: 3464

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Cottbus



Kategorie:

Außenhandel



Diese Pressemitteilung wurde bisher 362 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Das falsche Symbol

Zum Streit um Kinderehen
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Eine Regel zu viel - zur 2G-plus-Praxis in der Gastronomie ...
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die

Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet

Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü


Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau


Rheinische Post: Kommentar / Zügel für den Brexit = Von Matthias Beermann ...
Großbritannien hat zwar keine geschriebene Verfassung, aber eine Gewissheit ist dort historisch gewachsen: Die Macht geht auf der Insel nicht von der Krone (also der Regierung) aus und nicht einmal vom Volk. Nein, das gewählte Parlament ist der Souverän. Nichts anderes besagt der Richterspruch

Das Erste, Freitag, 4. November 2016, 5.30 - 9.00 Uhr Gäste im ARD-Morgenmagazin ...
7.10 Uhr, Manfred Weber, CSU-Vizevorsitzender, Themen: CSU, Angela Merkel, Türkei, F.W. Steinmeier 8.05 Uhr, Andreas Scheuer, CSU-Generalsekretär, Themen: CSU, Leitkultur, Rot-Rot-Grün, Anti-Islam ggf. nnb zum Thema: Maut Pressekontakt: WDR Presse und Information, Annette Metzinger,

Mittelbayerische Zeitung: Der Wind dreht sich / Die Politik muss den Ausverkauf deutscher Schlüsseltechnologien verhindern - eine Gratwanderung. Leitartikel von Christine Hochreiter ...
Schon Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger hatte offensichtlich Angst vor den Chinesen. 1969 hämmerte er auf dem Dortmunder Wahlkonvent der CDU mit den Fingerknochen auf das Rednerpult und rief: "Ich sage nur China, China, China." Damit wollte er vor einer wachsenden und noch dazu kommun

Kölnische Rundschau: zu Brexit-Urteil ...
Was nun, Frau May? Die britische Premierministerin Theresa May will gegen das Urteil des Londoner High Court vorgehen, nachdem ihre Regierung den Austritt des Landes aus der EU nur mit Zustimmung des Parlaments erklären darf. Die von den Richtern bloßgestellte Regierungschefin schickt ihre Bü


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z