"Die Klischees sind noch stark" - Teresa Bücker und Nora-Vanessa Wohlert von Edition F Ã

"Die Klischees sind noch stark" - Teresa Bücker und Nora-Vanessa Wohlert von Edition F über Frauen in den Medien

ID: 1421570
(ots) - Deutsche Verlage verharren noch immer in
veralteten Frauenbildern, kritisieren die Leiterinnen des
Medien-Startups Edition F. "Die Klischees, die in Frauenmagazinen
transportiert werden, sind noch so stark, dass darauf immer neue
Medienmarken aufgebaut werden", sagt Redaktionsleiterin Teresa Bücker
im Interview des "Journalistin"-Spezials von "medium magazin"
(Ausgabe 11-2016). Sie vermisst das Bild der selbstbewussten,
ehrgeizigen, sehr weltoffenen Frau. "Die Nische, die wir besetzen,
interessiert zu unserer Verwunderung keinen großen Verlag."

Gründerin Nora-Vanessa Wohlert bedauert die geringe
Investitionsbereitschaft im Medienbereich. Mit einem
850.000-Euro-Investment, über das "Edition F" verfügt, würde ein
Startup in den USA untergehen. Generell schätzt sie die
Experimentierfreude etablierter Medien als gering ein: "Marken wie
´Zeit Online` oder das 'Manager Magazin' waren relativ schnell offen
für eine Medienpartnerschaft mit uns, aber sie haben sich nicht
getraut, so ein Experiment zu wagen - was es für uns ja auch erst mal
war."

Vielen Wirtschaftsmedien unterlaufen laut Bücker noch immer "echte
Handwerksfehler", wenn sie über Frauen berichten. Managerinnen einen
"flotten Feger" zu nennen, setze Frauen bewusst herab auf eine Ebene
unterhalb ihrer männlichen Kollegen. "Ich stoße mich sehr stark an
der Sprache, die sehr oft sexistische Elemente hat", sagt Bücker.
Frauen verfolgten im Wirtschaftsleben ein komplett anderes
Wirtschaftsverständnis. Erfolg würden sie nicht in Umsatz und
Gehältern definieren, sondern viel breiter. Wohlert fiel auf, dass
sie als Gründerin von Männern meist auf die Zahlen angesprochen
werde. "Frauen fragen eher: 'Wie bist du denn auf die Idee gekommen,
wie fühlt sich das an, Chefin zu sein und so was aufzubauen, welche
Erfahrungen hast du da gesammelt?'"



"Edition F" will 2017 mehr kostenpflichtige Webinare anbieten. Bei
"Premium-Events" sollen sich Frauen vernetzen. Ende 2017 könnte ein
Freemium-Modell starten, sagt Wohlert, also ein Abo, das zahlenden
Kundinnen das volle Angebot öffnet. Die Konzeption sieht vor,
Abonnentinnen unter anderem eine Flatrate für Webinare anzubieten.

Das "medium magazin" 11-2016 erscheint mit dem Themenschwerpunkt
"Zukunft der Medien" und der jährlichen Sonderedition "Journalistin".
Anne Haeming hat Bücker und Wohlert für den Titel interviewt (Seite 4
bis 9). Weitere Themen sind Führungsfrauen bei Regionalmedien, die
Initiative Dverse sowie Frauen-Netzwerke. Zum Heft:
http://mmbeta.de/journalistin-2016/



Pressekontakt:
Annette Milz, Chefredakteurin medium magazin,
annette.milz@mediummagazin.de, 015123447914

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Datum: 08.11.2016 - 07:00 Uhr
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