Wie steht es um die audiovisuelle Diversität in Deutschland? / Studie der Universität Rostock untersucht Geschlechterdarstellungen in Fernsehen und Film
ID: 1424131
Studie zur Ermittlung von Geschlechterdarstellungen in deutschen TV-
und Kinoproduktionen. Sie wurde beauftragt von den vier großen
TV-Senderverbünden ARD, ZDF, Pro7Sat1 und RTL gemeinsam mit den
Filmförderern NRW Filmstiftung, FFF Bayern, FFA sowie der MaLisa
Stiftung und wird durchgeführt vom Institut für Medienforschung der
Universität Rostock unter Leitung von Prof. Dr. Elizabeth Prommer.
Konkret untersucht werden die Fragen: Welche unterschiedlichen
Bilder von Frauen und Mädchen bzw. Männern und Jungen werden in den
deutschen audiovisuellen Medien vermittelt? Wie werden Frauen und
Männer im Fernsehen und Kino dargestellt? In welchen
gesellschaftlichen Rollen und Kontexten werden sie gezeigt? Wie sieht
es aus mit der quantitativen Präsenz von Frauen und Männern auf dem
Bildschirm und auf der Leinwand? Gibt es statistisch erfassbare
Unterschiede?
Die Fragen sind von großer gesellschaftlicher Relevanz, da die
unterschiedliche Darstellung von Frauen und Männern in den Medien ein
wichtiger Bestandteil der Sozialisation und Identitätsbildung junger
Menschen ist. Die Bilder, die transportiert werden, beeinflussen, was
von ihnen als möglich und als erstrebenswert angesehen wird.
Als Grundlage für die Studie dient eine detaillierte Analyse von
3.000 Stunden TV-Programm aus dem Jahr 2016 und 600 deutschsprachigen
Kinofilmen aus den letzten fünf Jahren. Dabei wird die Rolle von
Frauen und Männern sowohl in fiktionalen Produktionen und
Unterhaltungsformaten als auch deren Platzierung und Darstellung als
Experten bzw. Expertinnen bei journalistischen und dokumentarischen
Beiträgen untersucht. Ziel ist es, die charakteristische Darstellung
weiblicher und männlicher Rollen in audiovisuellen Medien zu
ermitteln. Die letzte repräsentative Untersuchung in Deutschland
liegt über 20 Jahre, in Bezug auf Kinderfernsehen über zehn Jahre
zurück.
Initiiert hat die Untersuchung Dr. Maria Furtwängler: "Es ist
wichtig zu verstehen, welches Geschlechterbild mit der enormen
Wirkungsmacht des Fernsehens und Kinos transportiert wird. In anderen
Ländern wird schon viel getan, um die Darstellung von Frauen und
Männern auf Bildschirm und Leinwand wissenschaftlich aufzuarbeiten.
Hierzulande liegen uns kaum valide Zahlen vor", begründet Maria
Furtwängler den Ausgangspunkt für die Untersuchung. "Ich freue mich
sehr, dass Elizabeth Prommer mit ihrem Team der Universität Rostock
hier wichtige Grundlagenforschung betreibt und bedanke mich darüber
hinaus herzlich bei allen Partnern und Förderern, die diese Studie
ermöglicht haben."
Die Studie "Audiovisuelle Diversität? Geschlechterdarstellungen in
Film und Fernsehen in Deutschland" der Universität Rostock wird
getragen durch die ARD Degeto für die ARD, die Film und Medien
Stiftung NRW, das ZDF, ProSiebenSat.1, den FilmFernsehFonds Bayern
(FFF Bayern), die Filmförderungsanstalt (FFA), die Mediengruppe RTL
Deutschland und die MaLisa Stiftung. Die Ergebnisse werden im
September 2017 präsentiert.
Ziel der Initiative ist es, die Erkenntnisse, die aus den
Forschungsergebnissen hervorgehen, in die Praxis einzubringen. So ist
beispielsweise eine Partnerschaft mit der UFA, der Filmakademie
Baden-Württemberg und der Hochschule für Fernsehen und Film München
geplant, um eine Auseinandersetzung mit den Inhalten beim
Film-/TV-Nachwuchs anzuregen.
Kontakt und weitere Informationen:
Universität Rostock
Prof. Dr. Elizabeth Prommer
Lehrstuhl für Kommunikations- und Medienwissenschaft
Tel.: 0179 295 46 79
elizabeth.prommer@uni-rostock.de
www.uni-rostock.de
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Datum: 14.11.2016 - 12:25 Uhr
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Kategorie:
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